Seite - 746 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
bestandknüpfen sich jedenfallsmehrereRechtsfolgen, die erheblich seinkön-
nen. Im Katastrophenfall ergeben sich vor allem erweiterte Handlungsmög-
lichkeitenundBefugnisse fürBehörden,umgeradeaußerordentlicheoderauch
extreme Schäden, wie sie durch Extremereignisse hervorgerufenwerden, be-
kämpfenzukönnen(siehedazuKapitel 29.4.2).
29.1.1 DefinitionvonExtremereignissen
DiewissenschaftlicheLiteratur,aberauchtechnischeRegelwerkehabensichmit
demBegriffdes»Extremereignisses« imZusammenhangmitdemManagement
vonNaturgefahren, insbesonderemitWetter- undKlimaextremen, umfassend
auseinandergesetzt und dabei unterschiedliche Konzepte entwickelt (IPCC,
2012).AlsDefinitioneines»Ereignisses«imSinnevonNaturereignisfindetman
z.B. die »Summe von Vorgängen undWirkungen von einem oder mehreren
Naturgefahrenprozessen, die in räumlichem, zeitlichemund kausalemZusam-
menhangstehen« (AustrianStandards, 2009).AlsExtremereigniswirdgenerell
ein Ereignis mit sehr niedriger Eintrittswahrscheinlichkeit, geringer Vorher-
sehbarkeitundhoherSchadenswirkungbezeichnet.
Es existieren unterschiedliche statistische und physikalische Ansätze, um
Extremereignisse in Hinblick auf dieWiederkehrwahrscheinlichkeit bzw. In-
tensitätnäherzubeschreiben.DiePalettestatistischerMöglichkeitenreichtvon
derAusrichtunganfestgestelltenhistorischenMaximalwerten(Grenzwerten)in
Beobachtungsreihen(vgl.IPCC,2012:»ClimateExtreme[…]:Theoccurrenceof
avalueofaweatherorclimatevariableabove(orbelow)a thresholdvaluenear
theupper(or lower)endsof therangeofobservedvaluesof thevariable«),über
größere Abweichungen von statistischenMittelwerten bis zur Einordnung in
oberenoderunterenGrenzbereicheneiner statistischenHäufigkeitsverteilung.
Das IPCCGlossary (IPCC, 2014) definiert z.B. »extremeweather event«mit:
[…] »an event that is rarewithin its statistical reference distribution at a par-
ticular place«. Undweiter: »Definitions of rare vary, but an extremeweather
eventwould normally be as rare as or rarer than the 10th or 90th percentile«.
Auch dieÜberschreitung der Wiederkehrwahrscheinlichkeit von definierten
Bemessungsereignissen kann zu einer Einstufung eines Ereignisses als Ex-
tremereignis führen. AndereMöglichkeiten der Einordnung sind Intensitäts-
skalenmit entsprechendenKategorienundSchwellwerten,wobeidasEndeder
SkalaeinExtremereignismarkiert.
Erdbebenintensitätsskalenwie die 12-stufige EuropäischeMakroseismische
Skala 1998 beschreiben z.B. dieWirkung von Erdbeben auf Infrastrukturen.
Intensität 12 ist »vollständig verwüstend«, nahezualleKonstruktionenwerden
dabeizerstört. ImUnterschieddazubeziehtsichdieMagnitudeaufdieEnergie
Management
imKatastrophenschutz746
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute