Seite - 752 - in ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
dem Tsunami in Südostasien erstmals reformiert und weiterentwickelt. Für
ÖsterreichistalsMitgliedderEuropäischenUnionprimärdasUnionsverfahren
relevant,dasindenletztenJahrenimmerwiederaktiviertwordenist.Österreich
hatzwardasUnionsverfahrenselbstnochnie inAnspruchgenommen, leistete
aber in den letzten Jahrenmehrfach aktive Beiträge zur Bewältigung vonKa-
tastrophen innerhalbundaußerhalbderEU.
29.3 Fallbeispiele»extremer«Katastrophen
Die größtenKatastrophen der jüngerenGeschichte haben sich außerhalb von
Europaereignet.Als »teuerste«Katastropheweltweit gilt bislangdasErdbeben
von Fukushima im Jahr 2011, gefolgt vom Hurricane Katrina im Jahr 2005
(Höppe,2015).Zuletzt führtedie»HurricaneSeason« indenUSAimJahr2017
wieder zuextremenSchadenszahlen.
In der jüngeren Chronologie der Katastrophen inÖsterreich ragen einige
Ereignisse besonders heraus.Unter denLawinenkatastrophenwären die Jahre
1951und1954zunennen.Zuletzt fordertendieLawinenvonGaltürundValzur
imJahr199938ToteundwarenaucheinerderwenigenAnlassfälle, die grenz-
überschreitendeHilfe inÖsterreicherforderten.DieJahre1958und1959waren
durchschwereWildbachkatastrophengekennzeichnet. Inden Jahren1965und
1966 führten sie sogenannten»Herbst-Katastrophen« inKärntenundOsttirol
zu schweren Zerstörungen und vielen Todesfällen. Auch in die 70er und 80er
JahrevieleneinigebedeutendeEreignisse (Interpraevent, 2009).
Herausragend aus Sicht des Katastrophenmanagements sind jedenfalls die
»Jahrhundertflut« des Jahres 2002, deren Schadensfolgen auf rund 2,9Mrd.E
geschätzt wurden, während die Zahl der Todesfälle angesichts derDimension
des Ereignisses mit 9 Opfern vergleichsweise gering blieb (BMLFUW, 2004).
NachdemEreigniswurdedurchÖsterreichaucherstmals finanzielleHilfenach
einerKatastrophen größerenAusmaßes aus demunmittelbar danach geschaf-
fenen Solidaritätsfonds der Europäischen Union in Anspruch genommen.
SchwereHochwässer ereigneten sichdannnoch inden Jahren 2005und2013.
Auch diese hatten jeweils Interventionen des Solidaritätsfonds der EU in
ÖsterreichzurFolge (BMI,2015).Nichtnur inÖsterreich, sonderneuropaweit
führtenHochwässer seit 1980 zudenhöchstenwirtschaftlichenKatastrophen-
schäden(EEA,2017).WinterstürmeverursachtendiezweithöchstenSchädenin
Österreich(PrettenthalerundAlbrechter,2012).NachHutteretal.(2007)kames
durchdenHitzsommer inÖsterreichzueinemAnstiegderMortaliätundrund
130 zusätzlichenHitzetoten inWien. Auch europaweit führtenHitzewellen in
den letzten25 JahrenzudenmeistenToten (EEA,2017).
Management
imKatastrophenschutz752
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Buch ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich"
ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Titel
- ExtremA 2019
- Untertitel
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Autoren
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Herausgeber
- Katrin Sattler
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 778
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute