Seite - 174 - in Faust. - Eine Tragödie., Band 1
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Faust.
Rette sie! oder weh dir! den gräßlichsten Fluch über dich auf
Jahrtausende!
Mephistopheles.
Ich kann die Bande des Rächers nicht lösen, seine Riegel nicht öffnen. –
Rette sie! – Wer war’s, der sie ins Verderben stürzte? Ich oder du?
Faust blickt wild umher.
Mephistopheles.
Greifst du nach dem Donner? Wohl, daß er euch elenden Sterblichen nicht
gegeben ward! Den unschuldig entgegnenden zu zerschmettern, das ist so
Tyrannen-Art sich in Verlegenheiten Luft zu machen.
Faust.
Bringe mich hin! Sie soll frey seyn!
Mephistopheles.
Und die Gefahr der du dich aussetzest? Wisse, noch liegt auf der Stadt
Blutschuld von deiner Hand. Ueber des Erschlagenen Stätte schweben
rächende Geister und lauern auf den wiederkehrenden Mörder.
Faust.
Noch das von dir? Mord und Tod einer Welt über dich Ungeheuer! Führe
mich hin, sag’ ich, und befrey sie!
Mephistopheles.
Ich führe dich und was ich thun kann, höre! Habe ich alle Macht im
Himmel und auf Erden? Des Thürners Sinne will ich umnebeln, bemächtige
dich der Schlüssel und führe sie heraus mit Menschenhand. Ich wache! die
Zauberpferde sind bereit, ich entführe euch. Das vermag ich!
Faust.
Auf und davon!
Nacht , o f fen Fe ld .
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Faust.
Eine Tragödie., Band 1
- Titel
- Faust.
- Untertitel
- Eine Tragödie.
- Band
- 1
- Autor
- Johann Wolfgang von Goethe
- Datum
- 1808
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 188
- Schlagwörter
- Literatur, deutsch, Deutschunterricht, Lektüre, Mephisto, Teufel, Faustus
- Kategorien
- Weiteres Belletristik