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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 343 -
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Die livländische Frage 343 Der Kurfürstenrat interpretierte Ferdinands Resolution als grundsätzliche Zustimmung zum Ständebedenken. Danach wurde nur noch über die Zah- lungsmodalitäten verhandelt. Im Abschied des Reichstages wurde schließlich keine Gesamtsumme genannt, sondern als Bemessungsgrundlage auf die Ver- anlagung für das Baugeld von 1548 zurückgegriffen: Für die Jahre 1560 und 1561 sollte jeder Stand den doppelten Betrag, für 1562 den gleichen wie 1548 zahlen156. Da 1548 insgesamt 500000 Gulden für fünf Jahre bewilligt worden waren157, hatte Ferdinand also den Teilerfolg erzielt, die gleiche Summe in kür- zerer Zeit zur Verfügung zu erhalten – wenn die Stände ihren Verpflichtungen nachkamen. Die livländische Frage Neben der im Laufe des Jahres an aktuellem Schrecken verlierenden osmani- schen Gefahr beschäftigte den Reichstag auch jene Bedrohung aus dem Osten, die unmittelbar nur den weit entlegenen Außenposten des Reiches betraf, den russischen Angriffen ausgesetzten livländischen Ordensstaat. Aus dem Um- stand, daß die Frage, ob und wie das Reich helfen solle, kein Punkt der kaiserli- chen Proposition war, sondern erst aufgrund von Hilfeersuchen des Ordens- meisters und des Erzbischofs von Riga Gegenstand der Beratungen wurde, erhellt schon das relativ geringe Interesse, das Ferdinand daran hatte. Unbeschadet der längst unter den politischen Kräften in Livland kontrovers geführten Diskussion, unter den Schutz welcher benachbarten Macht man sich am zweckmäßigsten begeben sollte158, hatten sowohl der Erzbischof von Riga als auch der Ordensmeister Gesandte zum Reichstag geschickt, die dort um Hilfe bitten sollten, nachdem der Zar im Januar 1559 seine Angriffe erneuert hatte159. Ferdinand hörte den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, der die Vertretung der Interessen des Erzbischofs von Riga übernommen hatte, am 13. April in seiner Kammer an und trug ihm auf, eine Supplik an den Reichstag auszuarbeiten160. Am 18. April referierte der Herzog vor dem Reichstag, ver- zichtete aber in seiner Eingabe auf die in der Instruktion des Erzbischofs ent- haltene konkrete Anregung, Livland aus der Türkensteuer zu unterstützen161. Vier Tage später sprach dann der Gesandte des Ordensmeisters, der Komtur Georg Sieberg von Wischlingen, zum Reichstag, wobei er sich nicht scheute, den Zaren auf eine Stufe mit dem Türken zu stellen und Livland als eine Vormauer der Christenheit zu stilisieren162. Die Doppelsendung sollte sich aber 156 Neue Sammlung 3, S. 165 (§ 12); Heischmann, S. 80 157 Steglich, S. 53; zu den Verhandlungen im Jahr 1548 über das Baugeld Rabe, Reichsbund, S. 402ff 158 Arnell, S. 31ff; Zivier, S. 614; Rasmussen, S. 107ff; Dreyer, S. 44ff. Quellen in Schirren 9, z.B. Nr. 28, 43, 63, 83 159 Reimann, Verhalten, S. 347f 160 Bienemann 3, S. 38ff: Bericht des Herzogs an den Erzbischof von Riga, Augsburg, 25.4.1559 161 Die Supplik gedruckt in MLA 5, S. S. 714ff, die Instruktion ebda, S. 562ff, die Ansprache des Herzogs vor dem Reichstag bei Schirren 3, S. 161ff. – Die Angabe von Reimann, Verhalten, S. 352, der Verzicht sei wegen des Waffenstillstandes mit der Pforte erfolgt, leuchtet nicht ein; wahrscheinlicher ist, daß Ferdinand davon nichts wissen wollte. 162 Reimann, Verhalten, S. 353f CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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