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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 350 -
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Kapitel 5: Der Reichstag in Augsburg 1559350 der abschließenden Antwort durch, aber man kann sagen, daß die Reichsstände der französischen Freundschaftspropaganda die propagandistisch ebenso ver- wertbare These entgegenstellten, für einen stabilen Frieden in der Christenheit sei die Restitution der besetzten Bischofsstädte ein wesentliches Element, und wenn Frankreich zu Frieden und Wohl des Reiches beitrage, stünde seinen Gesandten ebenso wie denen anderer ausländischer Mächte der Weg zum Reichstag offen205. Auf Ferdinands Wunsch wurde die Abschiedsaudienz um ein paar Tage verzögert, damit noch mehrere gerade anreisende Fürsten daran teilnehmen konnten206; den Franzosen sollte also demonstriert werden, wie geschlossen Kaiser und Reich zusammenstünden. Die ältere Forschung hat diese Leistung der Politik Ferdinands, in Augsburg die Stände hierin gleichsam an der langen Leine zu führen und die Gegenwirkungen der Frankreich freund- lich gesinnten Gruppe auf ein Minimum zu reduzieren, nicht angemessen ge- würdigt. Das setzte sich auch fort, als es um die Beratung der Instruktion für die Reichsgesandtschaft nach Frankreich ging. Mit dem Argument, die Brisanz der Sache erfordere höchste Geheimhaltung, wurde der Ausschuß des Fürstenrates auf sechs Mitglieder, und zwar persönlich anwesende Fürsten, verringert. So mußten die zum Ausgleich neigenden Hessen ausscheiden, was sie nicht ohne Protest hingenommen haben, während Österreich seinen Sitz behielt, der von dem 19 Jahre jungen Erzherzog Karl wahrgenommen werden mußte207. Mit dem Bischof von Augsburg und den Herzögen von Bayern und Württemberg saßen mehrere Fürsten darin, die als Kandidaten für die Durchführung der Reichsgesandtschaft in Frage kamen208. Nachgedacht wurde in diesem kleinen Gremium und auch gemeinsam mit dem Kurfürstenrat darüber209, wie die Le- gation reagieren sollte, wenn Frankreich die Restitution an Bedingungen knüpfe oder eine hinhaltende Antwort gäbe oder die Rückgabe unter Berufung auf das Kriegsrecht ablehnen würde, Richtlinien also, die man in die ostensible, am französischen Hof zu übergebende Instruktion nicht aufnehmen konnte. Es wurde gründliche Arbeit geleistet; ein im Zusammenhang mit diesen Überle- gungen entstandenes ausführliches Gutachten enthält viele Gedanken, die in der Neben- oder „Geheim“-Instruktion ausgeführt worden sind210. Über den Bei- trag Ferdinands bzw. seines Sohnes im Ausschuß läßt sich leider nichts ausma- chen. 205 HHStA Wien, ebda, fol 313r-314v: Abfertigung der französischen Botschaft (am 17.4.1559 fertig gestellt). Druck (mit geringfügigen Abweichungen) bei Goldast, Politica, S. 968–970, auch bei Lünig, Orationes, S. 336–341. Kurzes Referat bei Barthold, S. 267.- Es wurde keineswegs un- eingeschränkte Teilnahme zugestanden, wie Platzhoff, Frankreich, S. 458 behauptet. 206 HStA Marburg, PA 1276, fol 132v: Protokoll zum 18.4.1559 (Reinschrift); Ernst, Bw. 4, S. 641 207 HStA Marburg, PA 1276, fol 26r: Protokoll zum 25.4.1559, sowie PA 1275, fol 51v (Bericht v. 9.5.1559); Heidenhain, Beiträge, S. 78f 208 Mitglieder des Ausschusses bei Reimann, Herausgabe, S. 9 209 Ein Protokollteil über die gemeinsame Sitzung am 2.5.1559, der aber nur die Ansichten des Kurfürstenrates wiedergibt, in HHStA Wien, RK RTA 43, fol 317r-320r. 210 Ebda, fol 321r-328r: Bedenken des kleinen Ausschusses, undatiert. Das Ergebnis wird in Kapitel 10, S. 669f, besprochen. CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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