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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 358 -
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Kapitel 5: Der Reichstag in Augsburg 1559358 schaftlich erwiesen sei, sich schriftwidrig über alle weltliche Obrigkeit erhoben habe – Melanchthons Ausführungen dazu waren rezipiert worden262 –, be- schloß ihre Ausführungen. Wenige Tage später starb Paul IV. Wie bereits dargelegt, hatte Ferdinand längst Schritte eingeleitet, um mit der Kurie bzw. dem Nachfolger unter Wah- rung seines Standpunktes, der rechtmäßige Kaiser zu sein, ins reine zu kom- men263. Die Ratschläge der Kurfürsten kamen zu spät, auf seine Politik gegen- über Rom haben sie keinen wesentlichen Einfluß ausgeübt, allenfalls mochte Ferdinand sich in seinem eingeschlagenen Kurs bestätigt fühlen. Gemessen an der langen Dauer des Reichstages waren die positiven Resultate für Ferdinand doch recht bescheiden. Die Reichsversammlung brachte in den für ihn entscheidenden Fragen keine wirklich gewichtigen Fortschritte, sie war kein politischer Neubeginn, und es war dem neuen Kaiser nicht gelungen, zu- kunftsträchtige Impulse zu geben. So könnte die Meldung des venezianischen Gesandten, Kaiser Ferdinand sei mit den Ergebnissen sehr unzufrieden, im großen und ganzen zutreffend sein264. Ein Reichstag war für den Kaiser ja mit hohen Unkosten verbunden, und seit er zur Konferenz mit weisungsgebunde- nen Räten zu degenerieren drohte, für den persönlich anwesenden Herrscher alles andere als ein Vergnügen. Sein Nutzen schien in der Zukunft noch gerin- ger, denn es war wahrscheinlich, daß die Protestanten ihren diesmal abgewehr- ten Versuch, die Freistellung durch Verschleppung aller anderen Probleme zu erzwingen, wiederholen würden. So ist die Einberufung eines neuen Reichstags in den restlichen Regierungsjahren Ferdinands zwar gelegentlich erwogen wor- den, insbesondere im Zusammenhang mit den Sondierungen zur Sicherung der Nachfolge Maximilians im Reich, aber ohne besonderen Nachdruck. Den Vor- zug erhielt ein Kurfürstentag. Obwohl die Kurfürsten zu einigen der ihnen vorgetragenen Probleme nicht dezidiert Stellung nehmen wollten, weil sie alle Reichsstände angingen, wurde die Frage des Kaisers, ob ein Reichstag einzube- rufen sei, in einer Weise beantwortet, die geringes Interesse erkennen ließ265. 262 s. Kapitel 4, S. 300 263 Kapitel 4, S. 314 264 VD 3, S.95 (v. 2.9.1559) 265 Moser, Wahlkapitulation, S. 934ff, zur Frage nach dem Reichstag bes. S. 940f; zu den Beratungen der Kurfürsten Luttenberger, Kurfürsten, S. 141ff CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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