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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 389 -
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Auseinandersetzungen mit Rom über die Rahmenbedingungen des Konzils 389 Der erste Teil der Meldung wurde am 3. Juni sowohl durch die Ansprache des Papstes vor den an der Kurie akkreditierten Gesandten als auch durch Ho- sius in Wien bestätigt. Pius IV. begründete seine Entscheidung für die Wieder- aufnahme des Konzils in Trient damit218, wegen der kritischen Entwicklung in Deutschland und noch mehr in Frankreich, wo man die Veranstaltung eines Nationalkonzils beschlossen hatte219, sei keine Zeit mit Erörterungen über ei- nen allseits genehmen Ort zu verlieren, zumal Trient seinerzeit von allen ak- zeptiert worden sei, und die Aufhebung der Suspension sei der einfachste Weg zur Eröffnung des Generalkonzils. Pius fügte hinzu, er glaube an die Beteili- gung vieler Fürsten, auch aus Deutschland, mit Vertretern des Kurfürsten von Brandenburg rechne er fest. Sobald er im Besitz der Antworten der Herrscher sei, wolle er das Konzil offiziell ansagen. Die Kritik an der Antwort, die der Kaiser dem Nuntius erteilt hatte, war zwar verhalten, aber nicht zu überhören. Daß Hosius am gleichen Tag den Kaiser über die Absicht des Papstes infor- mierte220, dürfte ein Zufall gewesen sein. Der Nuntius konnte dabei nur die formalrechtlichen Aspekte für die Aufhebung der Suspension vortragen221, denn er hatte die eine Woche später nachgereichte Weisung mit dem politischen Argument, der Papst wolle durch diesen Schritt dem französischen National- konzil zuvorkommen, noch nicht erhalten222. Sein Eindruck, der Kaiser stimme dem Plan des Papstes zu, war unrichtig, Ferdinand war keineswegs überzeugt. Hosius’ Fehleinschätzung beruhte wohl darauf, daß Ferdinand in seiner Erwi- derung die grundsätzliche Eignung von Trient als Konzilsort nicht bestritt – er hatte es ja einst selber vorgeschlagen –, doch beharrte er darauf, die Wahl des Ortes bedürfe reiflicher Überlegung223. Auseinandersetzungen mit Rom über die Rahmenbedingungen des Konzils Die ausführliche kaiserliche Stellungnahme, die während der nächsten Wochen in Wien erarbeitet wurde, und ihre Genesis dokumentieren, in welchem Aus- maß die von Ferdinand an das Konzil geknüpften Erwartungen durch die An- kündigung des Papstes verfehlt erschienen. Dessen Initiative wurde während in der unter diesem Tag erlassenen Instruktion für den nach Frankreich gehenden Bischof von Viterbo (CT 8, S. 20–22). 218 Ausführlicher als der Bericht Thurms (Sickel, Konzil, S. 48f) ist der des venezianischen Gesand- ten (CT 8, S. 29f); danach referieren Reimann, Unterhandlungen, S. 594f, und knapper Jedin, Konzil 4/1, S. 21. 219 Zur Entwicklung in Frankreich Fischer, S. 65ff; zur Reaktion Roms ebda, S. 86ff 220 NB II 1, S. 40ff: Hosius’ Bericht v. 5.6.1560 über seine Unterredung v. 3.6. (zur Konzilsfrage nur acht Zeilen!) 221 Ebda, S. 31ff: Borromeo an Hosius, 18.5.1560 (bes. S. 32) 222 Ebda, S. 36: Borromeo an Hosius, 26.5.1560 223 Die Interpretation, Ferdinand habe der Fortsetzung des Tridentinums zugestimmt, sei aber durch seinen Geheimen Rat davon abgebracht worden (Steinherz in NB II 1, S. LXVI, und G. Eder, Reformvorschläge, S. 40), geht zu weit. Vorsichtiger ist Pastor, Päpste 7, S. 149. Vgl. auch Fischer, S. 112 Anm. 62 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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Ferdinand I. als Kaiser