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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 405 -
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Auseinandersetzungen mit Rom über die Rahmenbedingungen des Konzils 405 Verwendung beim Papst anheimstellte, die protestantischen Fürsten am Rhein und in Franken diskutierten darüber, ob sie, falls das französische National- konzil ein Erfolg würde, den Kaiser nötigen sollten, im Reich eine entsprechen- de Versammlung abzuhalten317. Soranzo – der nicht immer zuverlässig ist – meldete nach Venedig, Ferdinand habe gesagt, die Könige von Frankreich und Spanien (!) hätten sich seiner Meinung angeschlossen, daß eine neue Synode zu berufen sei318. Tatsächlich ließ sich Philipp II. von Ferdinands Argumenten nicht überzeugen319. An der Entscheidung der Kurie hat weder dieses noch ein weiteres Plädoyer des Kaisers gegen die Fortsetzung des Trienter Konzils etwas zu ändern ver- mocht, in dem er abermals sein Kernanliegen verfocht, dem Konzil eine mög- lichst allgemeine Akzeptanz als „concilium oecumenicum aut universale“ zu sichern, und resümierte, es sei kurzsichtig, wenn der Papst die Aufhebung der Suspension beschleunigen wolle, um Frankreich für die Kirche zu retten, die problematische Situation in Deutschland aber unberücksichtigt lasse320. Daß der Kaiser und Frankreich ein neues Konzil wollten, hatte man in Rom längst begriffen321. Pius IV. hatte inzwischen den Ausweg gefunden, den er in den beiden Konzilsbullen vom 15. und 29. November beschritt, nämlich den Willen der Kurie zur Fortsetzung des Tridentinums durch zweideutige Worte diplo- matisch zu verschleiern. Schon bei der Bekanntgabe seines Entschlusses in der Kongregation am 15. November scheint der Papst sich dieses Verfahrens be- dient zu haben, denn in einem der beiden voneinander abweichenden kurialen Protokolle ist notiert, er habe von der „prosecutio concilii generalis“ in Trient gesprochen, der nun auch der Kaiser und Frankreich zugestimmt hätten322. Arco warnte den Papst vor solchen Winkelzügen, aber Pius verschanzte sich, ohne auf die ihm vorgetragenen Sachargumente Ferdinands einzugehen, hinter den die Fortsetzung fordernden Kardinälen und der Haltung Spaniens323. So kam die nächste Weisung des Kaisers, der die französische Zustimmung zu Trient als Tagungsort zum Anlaß nahm, um seine weitgehende Übereinstim- mung mit Frankreich zu betonen, den Papst auf die französische Prämisse – Berufung eines neuen Konzils – hinzuweisen und nochmals die eigene Bevor- zugung der Neuansage zu verdeutlichen, zu spät324. 317 CDI 98, S. 185ff: Luna an Ph., 10.12.1560 318 VD 3, S. 167ff: Bericht v. 2.12.1560 319 Vgl. Döllinger 1, S. 342ff: Philipp an Vargas, 22.11.1560; Vargas trat unentwegt vehement für die Fortsetzung des Trienter Konzils ein (Voss, S. 125f; Jedin, Konzil 4/1, S. 36). 320 Sickel, Konzil, S. 137ff: F. an Arco, 14.11.1560; auch von dieser Weisung wurde Chantonnay unterrichtet (AN Paris – wie Anm. 314 –, Stück 6). 321 Das beweist das in CT 8, S. 98 Anm. 1 im Auszug zitierte Schreiben Borromeos an Santa Croce v. 14.11.156; vgl. Ehses, S. 159 mit Anm. 3; Pastor, Päpste 7, S. 165 322 CT 8, S. 100; dazu Ehses, S. 159f; Jedin, Konzil 4/1, S. 36 323 Sickel, Konzil, S. 141f: Arco an F., 16.11.1560 324 Ebda, S. 144f: F. an Arco, 28.11.1560; Konzept und Kopie in HHStA Wien, RK RelA 5, Konv. Nov. 1560, fol 18–21. Wiederum behauptete Ferdinand, der spanische König werde sich der Neuberufung nicht widersetzen. CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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