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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 417 -
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KAPITEL 7 KAISER FERDINAND UND DIE DRITTE TAGUNGSPE- RIODE DES TRIDENTINUMS Letzte Phase der Vorbereitungen Bis zur feierlichen Eröffnung des Konzils am 18. Januar 1562 vergingen noch acht Monate. Zwar rang sich Philipp II., beeindruckt vom Erstarken der Huge- notten in Frankreich, Mitte Juni zu dem Entschluß durch, die spanischen Bi- schöfe Ende August nach Trient reisen zu lassen, obwohl seine Forderung nach bindender öffentlicher Charakterisierung der Versammlung in Trient als Fort- setzung der beiden früheren Sitzungsperioden nicht erfüllt worden war1. Jedoch hatten die Verhandlungen mit der Kurie über diese Streitfrage so lange gedau- ert, daß Katharina von Medici und ihre Berater den Weg zu einem nationalen Ausgleichsversuch zwischen den Konfessionen doch betreten hatten. Am 12. Juni hatte der König die definitive Einberufung der früher angekündigten Bi- schofsversammlung vorgenommen, aus der durch die Erteilung von Freigeleit für calvinistische Theologen das Religionsgespräch von Poissy wurde, in dem viele das französische Nationalkonzil sahen2. Ob Frankreich sich trotz der Zu- sage vom März überhaupt noch am Generalkonzil beteiligen werde, erschien dem dortigen päpstlichen Nuntius im September sehr zweifelhaft3. Es ist die große kirchenhistorische Leistung Pius’ IV. gewesen, daß er an sei- nem Entschluß festhielt, das Konzil trotz aller Widrigkeiten nunmehr durch- zuführen. Im November schickte er den vierten Konzilslegaten Simonetta mit der bestimmten Anordnung auf die Reise nach Trient, das Konzil sei umgehend zu eröffnen; es sollte als Fortsetzung gelten, die früher verabschiedeten Dekrete sollten als gültig betrachtet werden4. Auch die Weisung, das Konzil solle sich in erster Linie mit der Klärung der noch verbliebenen dogmatischen sowie die Sakramente betreffenden Fragen beschäftigen, während alle die Superiorität des Papstes berührenden Diskussionen verhindert werden sollten, beinhaltete Präjudizierungen, welche den Vorstellungen Kaiser Ferdinands zuwiderliefen. Wie für Paul III. hatte auch für Pius IV. die Beseitigung der Unsicherheiten in der Glaubenslehre durch Verurteilung der evangelischen Auffassungen Vor- rang; die Teilnahme der Protestanten am Konzil – nach kanonischem Recht nicht notwendig – wurde als eher gefährlich erachtet5. Aus dem Verhalten der Hugenotten in Frankreich leitete Pius ab, die Protestanten beabsichtigten die Ausrottung der verbliebenen katholischen Kirche, so daß es vordringlich sei, 1 Lecler, S. 280f; Evenett, S. 256. Steinherz bemerkt (NB II 1, S. 274), auch die Notwendigkeit, für Rüstungen gegen die Türken päpstliche Hilfe zu bekommen, habe die Entscheidung beeinflußt. 2 Fischer, S. 202ff u. S. 212ff 3 Jedin, Konzil 4/1, S. 76 4 Die Instruktionen für Simonetta bei Šusta 1, S. 113f u. S. 116ff; dazu Jedin, Konzil 4/1, S. 78f 5 Jedin, Päpste, S. 156f CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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Ferdinand I. als Kaiser