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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 424 -
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Kapitel 7: Kaiser Ferdinand und die dritte Tagungsperiode des Tridentinums424 derselben vestiglich anhangen, sonder auch bey Anndern die desshalben ettwas im schwung steen hoch fürstendig unnd dienstlich sein mecht.“ Andernfalls sei zu befürchten, daß die katholische Religion im Reich völlig zugrunde ginge. Die Anregung, beim Papst für die baldige Schließung einzutreten, lehnte er daher ab51. Der unbefriedigende Start in Trient Der Gang der Dinge in Trient, wo die kaiserlichen Oratoren – aufgehalten durch winterliche Verkehrsbehinderungen – doch erst nach der Eröffnung des Konzils angekommen waren52, bot keinen Ansatz für günstigere Prognosen. Ihre Tätigkeit wurde in den ersten Wochen von dem Bemühen geprägt, frühe präjudizierende Entscheidungen zu verhindern, die den letzten Funken Hoff- nung auf Teilnahme der Protestanten auslöschen würden, und stattdessen die Behandlung jener Probleme zu erreichen, die von Ferdinand als vordringlich erachtet wurden. Es war eine sehr mühselige Arbeit. Die von den spanischen Prälaten sofort erhobene Forderung, die Versamm- lung offen als Fortsetzung des 1545 begonnenen Konzils zu proklamieren, war von den Konzilslegaten unter Verweis auf die Ansichten des Kaisers vorläufig abgewehrt worden53, obwohl sie zugaben, daß der Papst die Frage grundsätz- lich entschieden hatte, aber die Erneuerung des Antrags war nur eine Zeitfrage. Ferner gab es unter den Vätern eine kräftige Tendenz, die Beratungen an dem Punkt wieder aufzunehmen, wo sie 1552 abgebrochen worden waren, nämlich bei den dogmatischen Erörterungen über das Meßopfer54, was leicht als indi- rektes Bekenntnis zur Kontinuation gedeutet werden konnte. Um das zu ver- meiden, hatten die Legaten vom Papst die Genehmigung erhalten, als ersten Punkt die Revision des Indexes der verbotenen Bücher zur Beratung zu stel- len55. Indessen tauchte hier alsbald eine neue Klippe auf, denn wie die kaiserli- chen Oratoren erfuhren, sollte auch die Confessio Augustana auf den Index gesetzt werden. Wenn das geschah, konnte der zweite Beratungsgegenstand, das Freigeleit für alle Abgewichenen, selbst bei großzügiger Ausgestaltung im Reich nichts mehr fruchten. Nach mehrtägigen Vorverhandlungen, in denen die Oratoren für ihre mit den deutschen Verhältnissen begründete Kritik am ehe- sten bei Hosius Verständnis zu finden meinten56, legten sie ihre Einwände in einer allen Legaten am 13. Februar überreichten Eingabe dar: Um die Möglich- keit einer Teilnahme der Protestanten nicht abzuschneiden, müsse in der für 51 Chmel, S. 169f 52 Der Bischof von Fünfkirchen traf während der Eröffnungsfeier am 18. Januar 1562 ein, Brus am 31.1., Thun erst am 12.2. (Jedin, Konzil 4/1, S. 99f) 53 Jedin, Konzil 4/1, S. 91. Vargas übte daran heftige Kritik und ließ sich vom Papst versprechen, in der nächsten Session werde die Erklärung erfolgen (Weiss 6, S. 521: Vargas an Arras, 28.2.1562). 54 Daß man das am Kaiserhof wußte, belegt ein Brief Selds an Herzog Albrecht v. 12.2.1562 (BHStA München, KÄA 4307, fol 310r/v) 55 Eine Kopie des Breves v. 14.1.1562 in HHStA Wien, RK RelA 7, fol 29r; Druck CT 8, S. 279 56 Berichte darüber vom 3.2.1562 (Sickel, Konzil, S. 268) und v. 10.2.1562 (HHStA Wien, RK RelA 7, fol 59r-60r) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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