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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 495 -
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Zustimmung Ferdinands zur Beendigung des Konzils 495 schont werde. Wenn von weltlicher Seite keine Hindernisse aufgebaut würden, könne das Konzil in Kürze beendet werden. Dazu werde Delfino dem Kaiser wichtige Eröffnungen machen528. Zustimmung Ferdinands zur Beendigung des Konzils In seiner Erwiderung nahm Ferdinand Morones Interpretation zur Kenntnis, indem er sie repetierte und dadurch der Gegenseite die Möglichkeit nahm, unter dem Vorwand, mißverstanden zu sein, wieder davon abzurücken. Ansonsten waren die Passagen über seine eigenen Beweggründe nahezu wörtliche Über- nahmen aus seinem Brief vom 12. September an den Kardinal, die in die Quint- essenz mündeten: „Quamobrem cum propter allegatas et alias plurimas et effi- cacissimas rationes a sententia nostra discedere nequeamus“529. Die parallel zu diesem Schreiben vorbereitete eingehende Kritik an der dritten Fassung des Entwurfs, die mit gleicher Post den Oratoren zugestellt wurde, bewies die Un- vereinbarkeit der Mehrzahl ihrer Bestimmungen mit der Reichsverfassung530. Die in Trient vorgenommenen Änderungen trugen den bisherigen Bedenken zu wenig Rechnung, um Ferdinand seinen Widerstand aufgeben zu lassen. Auch der Papst sollte darüber direkt informiert werden: Arco sollte ihm darlegen, der Kaiser wolle das Konzil zwar gern fördern und seine Freiheit keineswegs be- schneiden, aber es seien dort im Bezug auf die Fürsten so neue und unmögliche Dinge vorgeschlagen worden, daß er für angemessene Anhörung Sorge tragen müsse531. Immerhin versicherte Ferdinand am Ende seines Briefes an Morone, er wolle mit der aufwendigen Prüfung des Kapitels auf seine Tragweite keines- wegs das Konzil künstlich verlängern, sondern nach Kräften helfen, damit es ohne weitere Verzögerung beendet werden könne532. Diese Stellungnahme zur Entwicklung in Trient wurde im Geheimen Rat offenbar beschlossen, ehe Delfino seinen neuen, soeben aus Rom erhaltenen Auftrag ausführte. Unbeschadet aller salvatorischen Klauseln, die das eigene Einlenken in der bisherigen Kontroverse über die Wahl Maximilians bemänteln sollten, war das Anliegen Pius’ IV. eindeutig: Auf jeden Fall die Zustimmung des Kaisers zur umgehenden Schließung des Konzils zu gewinnen533. Um das zu erreichen, hielt es Delfino offenbar für angezeigt, in den Verhandlungen noch mehr Gegenleistungen in Aussicht zu stellen: Zum einen die Gewährung der von Ferdinand für nötig gehaltenen Konzessionen durch den Papst nach Konzilsende, die Morone schon im Sommer durch den Bischof von Czanad 528 Sickel, Konzil, S. 604f: Morone an F., 23.9.1563 529 Constant, Légation, S. 283ff: F. an Morone, 2.10.1563, das Zitat S. 285 530 Sickel, Konzil, S. 620ff: F. an Oratoren, 3.10.1563; Vorarbeiten in HHStA Wien, RK RelA 12 Konv. Sept., fol 93r-94r; an der allgemeinen Reformvorlage wurde im ersten, von Sickel nicht publizierten, Teil der Instruktion wiederum Kritik geübt (ebda, Konv. Okt., fol 27r-30r, Konz.). 531 HHStA Wien, RHRP 20b: Eintrag zum 28.9.1563; vgl. NB II 3, S. 448 532 Es ist festzuhalten, daß nicht die nächste Session als Schlußpunkt genannt ist; Morones Wink wurde übergangen. 533 NB II 3, S. 426ff: Weisungen an Delfino v. 19.9.1563; s. auch Kapitel 9, S. 613f CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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