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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 524 -
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Kapitel 8: Friedenssicherung im Reich524 Stellung von Kriegsvolk, nicht durch Geld, das erfahrungsgemäß sehr zögernd gezahlt wurde, geleistet werden; bei der Anweisung, die Regelungen für die bündische Schiedsgerichtsbarkeit dürften nicht in kaiserliche Rechte eingreifen, wird er auch an seine künftige eigene Regierung im Reich gedacht haben; end- lich sollten alle mit der Religion zusammenhängenden Fragen ausgeklammert bleiben, zur Begründung wurde auf den Passauer Vertrag verwiesen, durch den diese Thematik dem nächsten Reichstag übertragen worden war. Zu den Auf- gaben des „Sächsischen Bundes“ sollte auch die Verteidigung Böhmens und Österreichs gegen die Türken gehören. Außerdem erhielten die Unterhändler in Eger den Auftrag, die von Moritz eingereichte Stellungnahme zur Schwäbi- schen Bundessatzung, insbesondere seine Änderungsvorschläge, genau zu überprüfen und gegebenenfalls zu verhindern, was den Intentionen des Königs zuwider sei45. Doch sollte der Abschluß dadurch tunlichst nicht verzögert wer- den46. Wenn Ferdinand nach solcher Vorbereitung glaubte, sein Plan des Doppel- Bundes werde alsbald ins Stadium der Verwirklichung eintreten, so irrte er. Der nach geheimen Verhandlungen auf dem Neuschloß bei Heidelberg Ende März von den Kurfürsten von Mainz, Trier und der Pfalz sowie den Herzögen von Württemberg, Bayern und Jülich gebildete „Heidelberger Fürstenverein“ durchkreuzte nicht nur – mit voller Absicht – das neue Bundesprojekt des Kai- sers47, sondern auch Ferdinands Konzeption der miteinander verklammerten Regionalbünde. Weder in Memmingen noch in Eger kam es nun zu Bundes- gründungen. Beide Konferenzen beschlossen zwar eine weitere Beratungsrun- de, aber im Grunde war eine Komponente in der Konzeption Ferdinands be- reits verloren. Es war kaum zu erwarten, daß im laufenden Jahr noch eine Ko- operation beider Organisationen zur Stabilisierung des Friedens im Reich er- reicht werden würde, selbst wenn die Gründungen noch gelingen sollten. Zasi- us hatte schon Ende April aus ihm zugegangenen Informationen gefolgert, Kurfürst Moritz habe seit seinem Besuch in Heidelberg seine Einstellung zu dem ganzen Projekt geändert48. Aber Ferdinand glaubte, den Rückschlag durch direkte Einwirkung auf den Wettiner ausbügeln zu können. Seine Weisungen an seinen Verbindungsmann zu Moritz, den Fürsten Heinrich von Plauen, bele- gen, daß er die Errichtung des Bundes in Mitteldeutschland wollte und Ende Mai fest damit rechnete49: Nach seinen Vorstellungen sollte die nächste Konfe- 45 HHStA Wien, RK Rig 18, fol 98r-100r: Weisung v. 12.4.1553 an die Unterhändler in Eger (der Auszug bei Druffel 4, Nr. 102 ist unzulänglich); ebda, fol 43r-52r: Stellungnahme Moritz’ v. 28.3.1553 zur Satzung des Schwäbischen Bundes. Vgl. auch die Erläuterungen zum Satzungs- entwurf von Eger bei Druffel 4, S. 137ff. 46 Ferdinand verpflichtete die Kommissare, falls seine Entscheidung eingeholt werden müsse, „so sollet Ir unns ...zum fürderlichisten, bey tag unnd nacht zueschreiben“ (Weisung v. 12.4.53, s. vorige Anm.). 47 So Sicken, Verein, S. 321, dessen Studie grundlegend ist. 48 Zasius an F., Augsburg, 23.4. 1553, bei Druffel 4, Nr. 113, S. 123–127, hier S. 123; vgl. Lutz, Christianitas, S. 199f., dessen Urteil, Moritz sei es gelungen, „Ferdinand vorübergehend in das Schlepptau der sächsischen Politik zu nehmen“, ich nicht teile. 49 Zum folgenden seine Instruktion für Hassenstein zur Weiterleitung an Plauen v. 24.5.1553 (HHStA Wien, RK Rig 18, fol 266r-268v; sie ist teilweise referiert bei B. Schmidt, S. 323f) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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