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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 531 -
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Gründung und erste Erweiterung des Landsberger Bundes 531 gensburger Reichstages war zwar ein Erfahrungsaustausch aufgenommen, aber mehr als eine Mahnung an die säumigen Kreise kam nicht dabei heraus94. Noch vor der Eröffnung des Reichstages hatte der König sich an der Neu- gründung eines regionalen Landfriedensbundes beteiligt. Beim „Landsberger Bund“ handelte es sich – das sollte der Rückblick auf seine bisherige Bündepo- litik verdeutlichen – gleichsam um einen neuen Anfang mit einem nach Ferdi- nands Ansicht grundsätzlich richtigen Konzept. Gründung und erste Erweiterung des Landsberger Bundes Als im Frühjahr 1556 die Verlängerung des Heidelberger Vereins anstand95, wurde deutlich, daß Ferdinand das Interesse an dieser Allianz verloren hatte, die seit dem Sommer 1554 keine nennenswerte Aktivität mehr entfaltet hatte. Er erteilte zunächst die Weisung, seine Bundesräte sollten unter Verweis auf die jüngst vom Reichstag verabschiedete, die Landfriedenswahrung hinreichend regelnde Exekutionsordnung erklären, er sehe für die Fortsetzung des Sonder- bundes keine Notwendigkeit mehr und wolle die Kosten dafür sparen96. Meh- rere seiner Mitarbeiter, nämlich die Innsbrucker Regierung und Zasius, waren anderer Meinung. Sie wandten ein, ob die neuen reichsrechtlichen Regelungen sich bewähren würden, sei noch nicht sicher, während die Geschichte lehre, daß „die particular pundtnusse und verainigung vil guets gewürkt und übels ver- huet“; auch sei Ferdinand wegen seiner ausgedehnten Herrschaften stärker als jeder andere Reichsstand auf Nachbarschaftshilfe angewiesen; und sie warnten davor, wenn sich der König mit dem Votum für die Nichtverlängerung abson- dere, könnten die anderen Mitglieder das hinnehmen, aber anschließend ein neues Bündnis ohne ihn abschließen, „welches E. M. auch allain des franzosen halben hoch beschwerlich fallen möchte“97. Es gelang ihnen, ihren Herrn zu einer Korrektur seiner Anweisung zu bewegen: Obwohl er an seinem Urteil festhielt, instruierte er seine Vertreter bei der Bundesversammlung in Worms nunmehr, falls diejenigen Mitglieder, die vor Österreich zu votieren hatten, für die Fortsetzung stimmten, sollten sie sich anschließen und eine Verlängerung von einem oder auch zwei Jahren bewilligen98. Beeindruckt haben dürfte Ferdi- nand vor allem das Argument, wenn er sich mit einem negativen Votum expo- niere, könnten die Fürsten, die ihn ja nur zögernd in den Verein aufgenommen hatten, froh sein, ihn wieder los zu werden. 94 Neue Sammlung 3, S. 147 (§ 71 des Abschieds); Dotzauer, Reichskreise, S. 23 95 HHStA Wien, RK Rig 31 (unfol): Herzog Wilhelm v. Jülich (der im dritten Vereinsjahr Bun- deshauptmann war) lädt am 9.1.1556 zu Beratungen über die Verlängerung nach Worms ein. 96 Ebda: Weisung an die Regierung in Innsbruck v. 1.2.1556; vgl. Goetz, Beiträge, S. 3 Anm. 2 97 Goetz, Beiträge, S. 4 (Innsbrucker Regierung, daraus die Zitate) u. S. 2f (Zasius) 98 Goetz, Beiträge, S. 5 Anm. 1. Die Entscheidung mußte verschoben werden, weil der Erzbischof von Trier gerade gestorben war (HHStA Wien, RK Rig 31: Österreichischer Bericht über die Tagung v. 23.- 28.2.1556; vgl. Goetz, ebda, S. 6f). CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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Ferdinand I. als Kaiser