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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 536 -
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Kapitel 8: Friedenssicherung im Reich536 Hand bekäme126. Der Streit dauerte bis ins Jahr 1559127. – Ebensowenig gelang es, Ulm für den Bund zu gewinnen, obwohl Zasius anregte, König Maximilian möge sich persönlich dafür einsetzen, wenn er die Stadt bei seiner Rückkehr aus den Niederlanden besuche128. Eine neue Werbung im Jahr 1558 blieb wiederum erfolglos129. Auf den Bischof von Augsburg, der gern beigetreten wäre, ver- zichtete die Bundesleitung aus der Sorge, die Mitgliedschaft dieses katholischen Heißsporns könnte zur Belastung werden und das Image der konfessionellen Neutralität gefährden130. Noch problematischer erschien in Wien das Aufnahmeersuchen der Fränki- schen Einung, in der die Bischöfe von Bamberg und Würzburg mit der Reichs- stadt Nürnberg verbunden waren131. Zasius hatte den Nürnberger Rat zwar anfänglich dazu ermuntert132, nicht zuletzt deshalb, um ein finanzstarkes prote- stantisches Mitglied zu gewinnen. Aber wenig später schätzte er das Risiko, den Bund mit dem noch nicht erledigten Konflikt zwischen der Einung und den fränkischen Hohenzollern zu belasten, höher ein. König Ferdinand beabsich- tigte, die Streitsache auf dem Reichstag in Regensburg einer Lösung zuzufüh- ren133. Es erschien deshalb angezeigt, alles zu vermeiden, was als Begünstigung der Gegner der Hohenzollern ausgelegt werden konnte134. Außerdem befürch- tete man immer noch, der geächtete Albrecht Alkibiades könnte erneut in Franken einfallen, möglicherweise mit französischer Unterstützung135. So hat Ferdinand in Übereinstimmung mit Zasius’ Empfehlungen den im Herbst 1556 gestellten Aufnahmeantrag zweimal ausweichend beantwortet136. Der Tod Al- brecht Alkibiades’ am 8. Januar 1557 brachte noch keine Entspannung, denn zwischen seinem Erben, dem Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg- Ansbach, und der Fränkischen Einung kam es sogleich zu Streit um wechselsei- 126 Ferdinands Bescheid v. 22.4.1556 ist gedruckt bei Goldast, Reichshändel, S. 1005ff. 127 Laufs, Schwäbischer Kreis, S. 309f; Zimmermann, S. 93f. 128 Goetz, Beiträge, S. 42 Anm. 2 129 Goetz, Beiträge, S. 108f 130 Briefwechsel zwischen Kardinal Otto und Herzog Albrecht über die Aufnahme des ersteren bei Goetz, Beiträge, S. 35ff; Göttmann, S. 435 131 Die ursprünglich mehr Mitglieder umfassende „Fränkische Einung“ war 1553 „tatsächlich aufgelöst“ worden, seither verstand man darunter die drei genannten Stände (Hartung, Kreis, S. 214). 132 Mogge, S. 54 u. S. 57 133 HHStA Wien, RK RTA 36, fol 320r: Weisung v. 1.7.1556 an seine Reichstagskommissare 134 Bezeichnend dafür ist folgende Episode: In Süddeutschland waren Schmähschriften markgräfli- cher Provenienz aufgetaucht. Ferdinand beauftragte Zasius, von Ottheinrich, in dessen Territo- rium sie angeblich gedruckt worden waren, ihre Beschlagnahme zu verlangen (HHStA Wien, RK RTA 36, fol 486–488). Als Zasius eigenmächtig die Schrift in Ingolstadt beschlagnahmen ließ (ebda 37, fol 80–81), bat Ferdinand Herzog Albrecht von Bayern, dem Protest des Mark- grafen stattzugeben, um Weiterungen zu vermeiden, obwohl er Zasius beste Absichten atte- stierte (Goetz, Beiträge, S. 50). 135 Wie verbreitet die Sorge vor dem Markgrafen als potentiellem Unruheherd war, zeigt der Brief des habsburgischen Vertreters in Frankreich, Renard, an Philipp II. v. 21.5.1556 bei Weiss 4, S. 562. Im September ging den habsburgischen Reichstagskommissaren eine neue Warnung zu – diesmal von sächsischer Seite (HHStA Wien, RK RTA 37, fol 97v/98r). Vgl. ferner Göttmann, S. 431. 136 Goetz, Beiträge, S. 49ff; Mogge, S. 58 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
MĂĽnster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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