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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 548 -
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Kapitel 8: Friedenssicherung im Reich548 que ce fût esté quelque chose à l’encontre d’eulx“222. In seinen Einladungen betonte Ferdinand, ihre Teilnahme sei von den geistlichen Kurfürsten ge- wünscht worden und die nach dem Vorbild des Landsberger Bundes zu errich- tende Einung solle der Vertrauensbildung im Reich dienen223. Er verband aber mit den Offerten nur wenig Hoffnung224. Beide Fürsten lehnten das Anerbieten umgehend ab – der Landgraf schützte finanzielle Überlastung vor225 –, aber in Wien mochte man das rheinische Bundesprojekt nicht sogleich aufgeben. Die „Entschuldigung“ wurde zwar akzeptiert, doch wurde im Reichshofrat im Bei- sein Ferdinands beschlossen, beiden noch einmal zu erklären, das Bündnis sei weder gegen sie noch gegen den Religionsfrieden gerichtet. Die drei geistlichen Kurfürsten wurden aufgefordert, „das sy sich in dise pundnuß begeben wol- len“226. Aber diesen Worten folgten keine weiterführenden Schritte227. Anfang 1561 verständigte Ferdinand die Statthalterin der Niederlande davon, daß er es für untunlich halte, die zögernden Fürsten weiter zu drängen228. Für die parallel betriebene Erweiterung des Landsberger Bundes hatte jener Mißerfolg negative Wirkungen. Seit dem Ende des Augsburger Reichstages hatte Ferdinand Verhandlungen beginnen lassen, um Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach in den Bund zu ziehen; die zeitweilige Einschaltung des Markgrafen Hans von Küstrin bezweckte, das ganze Haus Brandenburg in ein näheres Verhältnis zu der Einung zu bringen229. Wichtiger aber war der Anfang März 1560 doch unternommene Versuch, den Kurfürsten August von Sachsen zu gewinnen. Welch hohen Stellenwert man der Aktion zeitweilig in Wien bei- maß, zeigt die Bemerkung Selds, „es wär gewislich das ainig remedium, alle meutterei in teutscher nation fürzukommen, die sich sonst durch den weitleuf- figen weg der handhabung des landfriedens schwärlich wirt fürkomen las- sen“230. Es handelte sich dabei um einen Alleingang des Kaisers ohne vorherige Ab- stimmung mit den anderen Bundesgliedern, ausgenommen Herzog Albrecht; seine Vertreter für die Bundesversammlung waren zwar informiert, aber ange- wiesen, von sich aus das Thema nicht anzuschneiden, weil Ferdinand mit Ein- wänden rechnete, Sachsen sei „entsessen“ und man wolle die Einung nicht zu „weitläufig“ machen231. Er schätzte damit die Stimmung wohl richtig ein, denn 222 Gachard, Correspondance 1, S. 244: Margarete an Philipp II., 9.8.1560. 223 HStA Marburg, PA 1402, fol 31r/v: F. an Philipp, 18.5.1560 (Or.); vgl. Goetz, Beiträge, S. 193f 224 Ebda, S. 194 Anm. 1: Seld an Herzog Albrecht 225 HStA Marburg, PA 1402, fol 44r-46r: Philipp an F., 24.6.1560 226 HHStA Wien, RHRP 17, fol 205r: Eintrag zum 5.7.1560; das Schreiben an Philipp (v. 15.7.1560) in HStA Marburg, PA 1402, fol 54r/v; vgl. Goetz, Beiträge, S. 197 227 Zwei Jahre später kam der Kurfürst von Trier anläßlich der Vorbereitung der Königswahl Ma- ximilians auf das Thema zurück, als er eine geheime Defensiv-Vereinbarung zwischen dem Kai- ser, den geistlichen Kurfürsten und dem neuen König wünschte – ein Anstoß zur Unzeit, auf den Ferdinands Gesandte nur mit Anheimstellung an den Kaiser reagieren konnten (Moser, Wahlkapitulation, S. 782, vgl. Goetz, Wahl, S. 135). 228 HHStA Wien, Belgica PA 89, fol 26r/v: F. an Margarete v. Parma, 26.1.1561 229 Mogge, S. 99f; Goetz, Beiträge, S. 161: Markgraf Hans an F., Ansbach, 13.8.1559 230 Seld an Albrecht, 13.4.1560, zitiert nach Goetz, Beiträge, S. 181 Anm. 2 231 Goetz, Beiträge, S. 185 Anm. 2 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
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