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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 551 -
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Aktivitäten zur Friedenssicherung seit 1558 551 und alle Nichtkatholiken „mit gewaldt zu dempfen und auszutilgen“249. Nicht nur die gemeinsame Initiative Friedrichs von der Pfalz, Christophs von Würt- temberg und Johann Friedrichs von Sachsen, die zum Naumburger Protestan- tentag führte, wurde daher im Umkreis Ferdinands mit Sorge beobachtet. Hin- zu kamen die sich hartnäckig haltenden Gerüchte über eine im Entstehen be- griffene internationale katholische Liga zur Ausrottung der Protestanten, die nach Ansicht mancher habsburgischer Beobachter von Frankreich geschürt wurden250. Die beiden erstgenannten Fürsten hatten Zasius gegenüber die ange- kündigte Fortsetzung des Trienter Konzils als Anzeichen für eine beabsichtigte „Vertilgung“ ihres Glaubens bewertet, weshalb sie „irer notturfft bei zeitten nachzudencken“ hätten251. Herzog Albrecht interpretierte das, sie wollten „sich dawider mit kriegsyebung aller macht und hörescrafft setzen“252. Noch Ende des Jahres wußte man am Kaiserhof nicht, was in Naumburg beraten werden sollte253, und man konnte nicht wissen, daß in den Vorgesprächen rein politi- sche Themen ausdrücklich ausgeschlossen worden waren254. Ob die Überwin- dung der theologischen Streitigkeiten im evangelischen Lager alleiniges Ziel der Versammlung bleiben würde, war nach den Äußerungen verschiedener prote- stantischer Fürsten gegenüber seinen im Reich agierenden Räten keineswegs als sicher anzunehmen, zumal sie für den Fall der Kontinuation des Tridentinums Unruhen prophezeiten und behaupteten, „bey allen andern potentaten und herrschaften der allten catholischen religion versehen sie sich in summa nichts guets“ –, nur den Kaiser nahmen sie von diesem Argwohn aus255. Ferdinands eigene Gesandte zum Naumburger Tag, die dort die päpstliche Einladung zum Konzil unterstützen sollten, hatten Anweisung, im Bedarfsfall energisch zu dementieren, daß sich der Kaiser mit anderen katholischen Potentaten zu Ge- waltmaßnahmen zugunsten des Konzils oder gar zur Unterdrückung der Augs- burgischen Konfession verbunden habe, und Plänen zur Gründung eines Prote- stantenbundes gegebenenfalls entgegen zu arbeiten256. Sie fanden aber keine Bestätigung für die katholischen Befürchtungen257. Nebenher schrieb der kur- 249 HHStA Wien, RK Rig 42 (unfol.): Bericht Hassensteins v. 2.3.1560 über seine Werbung in Berlin und schriftliche Antwort der dort versammelten Fürsten v. 1.3.1560. Ebda, RHPR 18, Weisung an Zasius v. 19.4.1560: „das Irer Mt. gemüt und mainung nie gewesen und noch nit sei, den bishero ergangenen reichsabschiden und aufgerichten religionfriden zuwider ichtes die zeit irer Mt. lebens furzunemen“; vgl. Goetz, Beiträge, S. 191 Anm. 1 250 Vgl. Gachard, Correspondence 1, S. 301: Margarethe von Parma an Philipp II., 7.101560; CDI 98, S. 184f u. S. 191: Luna an Ph., 28.10. bzw. 28.12.1560; Weiss 6, S. 235f: Arras an Ph., 5.1.1561 251 BHStA München, KÄA 2046, fol 420ff: Zasius an F., 4.10.1560 (Kopie), das Zitat fol 421v; Auszug bei Goetz, Beiträge, S. 205f 252 Sickel, Konzil, S. 130: Albrecht an F., 3.11.1560 253 NB II 1, S. 185 u. S. 186 254 Zur Vorgeschichte eingehend Kugler, Christoph 2, S. 195ff und S. 217; Heidenhain, Unionspo- litik, S. 187ff 255 HHStA Wien RK RTA 45, fol 162r-165r: Karl Graf Zollern, Zasius und Schober an F., Weil der Stadt, 10.1.1561 (das Zitat fol 164r) 256 HHStA Wien, RK RelA 6, fol 21r-33v: Instruktion v. 8.1.1561. Teildruck bei Sickel, Beiträge, S. 511–516; Inhaltsangabe bei Sickel, Konzil, S. 158 257 Mit Bericht v. 31.1.1561 erstatteten sie Fehlanzeige (Druck bei Sickel, Beiträge, S. 520ff; Inhalts- angabe bei Sickel, Geschichte, S. 165f). CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
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