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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 571 -
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KAPITEL 9 DIE SICHERUNG DER NACHFOLGE IM REICH Vorgeschichte und Problematik des Vorhabens Die Vorbereitung und Durchführung der Wahl Maximilians zum Nachfolger Ferdinands im Reich hat sich über fast zwei Jahre hingezogen. Die einstimmige Wahl seines ältesten Sohnes zum Römischen König am 24. November 1562 war ein großer politischer und persönlicher Erfolg Ferdinands I. Er hatte damit ein Ziel erreicht, das er langfristig und beharrlich angestrebt hatte – zeitweilig auch gegen seinen Bruder Karl V.: Die Fortführung des Kaisertums durch den öster- reichischen Zweig des Hauses Habsburg. Die einzelnen Stadien der Verhand- lungen mit den Kurfürsten sind von der Forschung hinreichend dargestellt worden1, so daß es hier genügt, die Probleme und Hindernisse zu erörtern, die Ferdinand zu bewältigen hatte, wobei weniger das Verhalten und die Intentio- nen der Gegen- oder Mitspieler als die strategischen und taktischen Erwägun- gen und Maßnahmen des Kaisers zu betrachten sind. Schon aus Überlegungen, die Ferdinand im Jahr 1546 darüber angestellt hat, wie Reich und Kaisertum dauerhaft für das Haus Habsburg gesichert werden könnten, läßt sich erkennen, daß er es für politisch richtig hielt, wenn das Reich von der stärker in Deutschland verankerten Linie der Dynastie, also seinen Nachkommen, weitergeführt würde2. Das kollidierte mit der Absicht Karls V., seinen einzigen Sohn Philipp als ersten Aspiranten aus der jüngeren Generation für das Kaisertum nach Ferdinand zu präsentieren und abzusichern. Die Argu- mente, mit denen Ferdinand gegen die „Spanische Sukzession“ Front gemacht hat, sind an anderer Stelle eingehend untersucht worden3. Trotz seiner besseren Einsicht in die verfassungsrechtliche und politische Problematik, vivente impe- ratore et rege von den Kurfürsten die Festlegung auf einen weiteren „Koadju- tor“ an der Spitze des Reiches erlangen zu wollen, hatte er in die Familien- Verträge vom März 1551 einwilligen müssen, die seine Hoffnungen fast voll- ständig zunichte machten4. Indessen hatte er die Chancen, das Projekt durchzu- setzen, erheblich – und sehr wahrscheinlich mit Absicht – vermindert, als er darauf bestanden hatte, in den Verträgen eine Option für Maximilian als prä- sumtiven Nachfolger Philipps festzuschreiben5, die auch in den Instruktionen für die habsburgischen Räte, die den Kurfürsten die von Karl V. ersonnene langfristige Nachfolgeregelung erläutern sollten, zum Ausdruck gebracht wur- 1 Grundlegend geblieben ist Goetz, Wahl. Die gleichzeitig entstandene Arbeit von Walter bietet einzelne Ergänzungen, hat aber eine schmalere Materialbasis. Neuerdings ein Kapitel bei Lut- tenberger, Kurfürsten, S. 93ff, sowie Neuhaus, Königswahl, S. 15ff 2 Vgl. Laubach, Karl V., S. 35 3 Ebda, S. 41ff 4 Wortlaut der Verträge bei Maurenbrecher, Karl V., S. 136*-140*; zwei ergänzende Dokumente bei Lanz, Staatspapiere, S. 482ff 5 Druffel 3, S. 187; vgl. Laubach, Karl V., S. 49 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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