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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 573 -
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Seite - 573 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

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Vorgeschichte und Problematik des Vorhabens 573 würde15. Es hat aber nicht den Anschein, als wäre der spanische König selbst daran noch interessiert gewesen, und ebensowenig hat sein Onkel darin eine erwägenswerte Alternative gesehen. Eine vom Botschafter Venedigs überlieferte Bemerkung Maximilians, er habe einen schriftlichen Beweis, daß Philipp trotz aller spanischen Dementis nach dem Kaisertum trachte16, kann dessen wieder- holte Erklärungen nicht relativieren, mit denen er seinen Verzicht bestätigt hat17. Bisher ist nicht bekannt geworden, daß er auf die von seinem Orator bei der Kurie gemeldeten Auslassungen Pius’ IV., er werde die Nachfolge Maximi- lians, der sich durch seine ketzerischen Neigungen disqualifiziert habe, nicht erlauben und wünsche Philipp die Kaiserwürde18, reagiert hätte; in Wien, wo man ebenfalls etwas davon hörte19, scheint man sich auch nicht weiter damit aufgehalten zu haben. Die im Herbst 1561 an ihn gerichtete Anfrage seines Gesandten in Wien, ob er nicht doch seine Kandidatur wieder anmelden wolle, hat Philipp klar verneint20. Die von den Kurfürsten wenige Tage vor der Frankfurter Kaiserproklamati- on geäußerte Kritik an der „Spanischen Sukzession“, insbesondere an ihrer verfassungsrechtlichen Seite, hatte – obwohl der neue Kaiser dessen nicht be- durfte – noch einmal verdeutlicht, daß jede vom Normalfall der Thronerledi- gung durch Tod abweichende Regelung der Nachfolge im Reich behutsamer und sorgfältiger Vorbereitung bedurfte. Falls Maximilian erwartet haben sollte, der Vater werde in Frankfurt Schritte in diese Richtung unternehmen, hätte er sich Illusionen hingegeben21. Nachdem Ferdinand in seiner neuen Obligation wieder beschworen hatte, sich „khainer succession oder erbschafft“ des Reiches „anmassen“ zu wollen22, mußte unbedingt alles vermieden werden, was den Vorwurf hätte rechtfertigen können, er strebe für seine Dynastie die Erblichkeit 15 Vgl. Kapitel 3, S. 222; auch der Gedankenaustausch zwischen dem Bischof von Arras und Seld Anfang 1558 (Goetz, Beiträge, S. 100f u. S. 101 Anm. 1) wäre dazu zu rechnen; Seld stand da- mals noch nicht im Dienst Ferdinands. 16 VD 3, S. 137: Bericht Soranzos v. 3.2.1560 (von Turba, Beiträge 3, S. 279 m.E. überbewertet); ein paar Wochen später wollte Soranzo wissen, der Kaiserhof gehe davon aus, daß Philipp die Wahl Maximilians unterstützen würde (VD 3, S. 147) – nur war das damals noch gar kein Thema. 17 (1) Anfang 1559 durch Graf Luna (ergibt sich aus CDI 98, S. 198 und Heine, S. 20); (2) Äuße- rung zu Gúzman (dessen Bericht v. 17.12.1561 in HHStA Wien, Spanien, Dipl. Korr. 6, fol 80r, zitiert bei Maurenbrecher, HZ 32, S. 285 Anm. 2); (3) Weisung an Luna v. 28.1.1562 (CDI 98, S. 284); insofern stieß eine neue, im Dezember dem König vorgetragene päpstliche Sondierung ins Leere (Šusta 1, S. 280). 18 Bericht Vargas’ v. 8.8.1560 bei Döllinger 1, S. 339f; deutsche Übersetzung bei Heine, S. 13f; vgl. Rill, Arco, S. 25 19 Sickel, Konzil, S. 93. Im Dezember 1561 kursierte im Reich eine „zeittung“, der Papst wolle „das imperium ad regem Hispaniae transferieren“ (Kluckhohn, Briefe 1, S. 211 Anm. 6). 20 Die Anfrage Lunas vom 13.10.1561 (Döllinger 1, S. 452f, mit falscher Jahresangabe; deutsche Übersetzung bei Heine, S. 19ff) ist m.E. als Wiederaufnahme früherer Anstöße aus Philipps Umgebung zu werten. 21 Goetz, Wahl, S. 47 und ihm folgend Holtzmann, S. 323–325 haben das aufgrund der früher zitierten Andeutungen (Kapitel 3, S. 235 Anm. 171) in Briefen von Zasius und Seld angenom- men. 22 Art. 26 der Obligation (Zählung nach Ziegler) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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