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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 581 -
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Vorgeschichte und Problematik des Vorhabens 581 er dem Erzbischof von Köln auf eine vorsorgliche Anfrage mitteilen, wegen seiner großen Belastung sei es „noch ungewiß, zu was zeit ir Mt. die cronung bey der Pabst. Ht. suechen mocht“75. Ob darüber hinaus auch finanzielle Er- wägungen eine Rolle gespielt haben, muß hier offenbleiben76. Pius IV. hatte dem neuen Nuntius am Kaiserhof untersagt, von sich aus das Thema anzuspre- chen, und Ferdinand seinerseits schwieg77. Alsbald beherrschten andere Fragen die Kommunikation zwischen dem Kaiserhof und der Kurie, in erster Linie ihre Meinungsverschiedenheiten über das Konzil, die bereits behandelt worden sind. Wohl hat man in Rom erwogen, dem Kaiser die Zustimmung zur Fortsetzung des Tridentinums (anstatt der Einberufung eines neuen Konzils) durch eine Verknüpfung mit der Sukzessionsfrage abzuringen: Der wieder nach Wien gehende Nuntius Delfino wurde instruiert, bei Bedarf darauf hinzuweisen, nur im Falle eines Eintretens für die päpstliche Konzeption sei die Position der Katholiken im Reich zu stabilisieren und werde Maximilian die Stimmen der geistlichen Kurfürsten bekommen, die er für eine approbable Wahl auf jeden Fall benötige78. Das Bemerkenswerte an dieser kurialen Äußerung (und der schon erwähn- ten, etwa gleichzeitigen Pius’ IV. zum spanischen Botschafter79) ist: Trotz der ungünstigen Berichte von Hosius gingen der Papst und seine Berater im August 1560 von der Annahme aus, der Kaiser halte an Maximilian als Nachfolger fest. Sie haben den Habsburger damit richtiger eingeschätzt als einige spätere Histo- riker. Die im nächsten Jahr begonnenen Sondierungen des Kaisers bei den Kurfür- sten zur Wahlfrage sind den päpstlichen Vertretern im Reich erstaunlich lange verborgen geblieben. Erst im Dezember 1561 gab Delfino zunächst die umlau- fenden Gerüchte über andere Thronprätendenten nach Rom und etwas später die Prognose, mit Sicherheit werde Maximilian Ferdinands Nachfolger wer- den80. Indessen wurde Ferdinand nochmals mit dem Problem seiner eigenen Krö- nung konfrontiert. Anfang März 1562 erfuhr er, daß der Nuntius Commendone vor seiner Rückreise nach Rom Herzog Albrecht von Bayern im Gespräch mit der Ansicht überrascht hatte, selbst wenn es den Habsburgern gelänge, die Mehrheit der Kurfürsten für die Wahl Maximilians zu gewinnen, könne ihn der Papst ohne vorherige Kaiserkrönung Ferdinands nicht als Römischen König konfirmieren, denn das hätte es noch nie gegeben. Die gut gemeinten Einwände des Herzogs, die Reise nach Italien wäre für Ferdinand zu beschwerlich, hatte 75 HHStA Wien, RHRP 17, fol 242v/243r: Eintrag zum 21.9.1560 76 Soranzo wollte wissen, Ferdinand glaube nicht, von den Reichsständen neben einer Türkenhilfe auch noch die Mittel für den Romzug erhalten zu können (VD 3, S. 147 u. S. 150). 77 Hosius meldete: „De coronatione numquam fecit mihi verbum Mtas illius“ (NB II 1, S. 41); ebda, S. 33 die Weisung an ihn. 78 Instruktion für Delfino vom August 1560 (NB II 1, S. 105); vgl. ebda S. LXXXI; Voss, S. 76; Pastor, Päpste 7, S. 156. Anscheinend ist Ferdinand dieser Pression von Delfino doch nicht aus- gesetzt worden. 79 s. oben S. 573 mit Anm. 18 80 NB II 1, S. 325f (v. 8.12.1561) und S. 337 (v. 21.12.1561) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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