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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 591 -
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Die Vorbereitung der Wahl 591 den Kaiser riet er unter Verweis auf die vor dem Frankfurter Tag von 1558 aufgetretenen Schwierigkeiten ab135. Selbst Friedrich III. von der Pfalz hatte gegen Maximilian persönlich keine Einwände, abgesehen von dessen nicht recht zu durchschauender Haltung in der Religion136; anders als die Brandenburger schätzte er ihn also nicht als ent- schieden evangelisch ein, trotz der Beteuerungen, die ihm der Vertraute Maxi- milians im Sommer 1560 vorgetragen hatte137. Dennoch wies er – wie auch die Mehrheit seiner Ratgeber – die Initiative des Kaisers ohne Umschweife zurück: Mit einem Verweis auf die Goldene Bulle und der trockenen Bemerkung, er wünsche dem Kaiser noch eine lange Regierungszeit, war die Anfrage wegen der künftigen Administration des Reiches für ihn erledigt, den Reichstag er- klärte er für überflüssig, sein persönliches Erscheinen lehnte er aus Kosten- gründen ab. Die vertrauliche Botschaft Maximilians, die ihm Zasius unter vier Augen vortrug und deren Gegenstand die „Zerschlagung“ der ungarischen Krönung durch Maximilians Haltung in der Abendmahlsfrage war, vermochte daran nichts zu ändern138. Doch ist bemerkenswert, wie der jüngere Habsbur- ger hier versuchte, aus seinem Ruf als Sympathisant für die evangelische Lehre Kapital zu schlagen. Am Ende dieser zweiten Phase konnte man in Wien eine positive Bilanz zie- hen. Ganz sicher war man nun (neben der eigenen) der Stimmen Kölns, Bran- denburgs und auch Sachsens. Den Kurfürsten August zu einer konkreteren Festlegung zu bewegen, wie Prißmann anregte, hielt Ferdinand schon für über- flüssig139. Die negative Antwort aus Heidelberg war keine Überraschung, doch glaubte man, diesen Widerspruch überwinden zu können, und sollte damit Recht behalten140. Wichtig war, die persönlichen Bedenken der Erzbischöfe von Mainz und Trier auszuräumen, und zwar diskret, damit die evangelischen Kurfürsten davon nichts merkten. Sowohl aus diesem Grunde, aber auch zur endgültigen Verständigung über die Einberufung des Kurfürstentages (statt des Reichstages) war eine dritte Reise kaiserlicher Gesandter an die Höfe der Kur- fürsten nötig. In die Zwischenbilanz einbezogen werden muß das Ergebnis einer anderen delikaten diplomatischen Mission, die Ferdinand und Maximilian parallel zur zweiten Verhandlungsrunde mit den Kurfürsten gestartet hatten: Sie schickten im Oktober 1561 Adam von Dietrichstein aus dem Gefolge Maximilians mit dem Auftrag nach Rom, von Pius IV. nochmals die Erlaubnis zur Kommunion sub utraque für Maximilian zu erbitten141. Mit einem eigenhändigen Schreiben 135 Krause, S. 101f 136 Zur Reaktion des Pfälzer Kurfürsten neben der „Geheimen summarischen Relation“ (s. Anm. 131) Kluckhohn, Briefe 1, S. 246–248 + 250. 137 Kluckhohn, Briefe II/2, S. 1032–1034: Werbung König Maximilians durch Warnsdorf, vorge- tragen am 5.6.1560 138 Kluckhohn, Briefe 1, S. 248f 139 Moser, Wahlkapitulation, S. 599: F. an Prißmann, 14.12.1561 140 Die Geringschätzung ergibt sich aus der Hauptinstruktion für die nächste Verhandlungsrunde (s. weiter unten). 141 Grundlegend zum Folgenden Schlecht, S. 14ff, der auch die wichtigsten Quellen dazu erstmals publizierte. CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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