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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 594 -
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Kapitel 9: Die Sicherung der Nachfolge im Reich594 gung zwischen den Konfessionen152. Noch hofften beide Habsburger, wenn auch wohl nur gedämpft, auf Beschlüsse des soeben wieder zusammengetrete- nen Konzils in der Abendmahlsfrage und zur Reform der Kirche, die Chancen zur Wiederherstellung der Glaubenseinheit eröffnen könnten153. So konnte den abermals zu den rheinischen Kurfürsten abgefertigten kaiser- lichen Räten Graf Helfenstein und Zasius die Weisung erteilt werden, falls die „Assekuration der Catholischen Religion halben“ zur Sprache gebracht würde, im Namen des Kaisers zu antworten, er habe in kürzlich mit Maximilian ge- führten Gesprächen „sein Gemüth anderst nicht verstanden“, als daß er im Falle seiner Wahl „als ein Christlicher König nicht allein den hievor aufgerichteten Religion- und Profan-Frieden getreulich Hand zu haben und zu erhalten, son- dern auch der Religion halben sich nicht weniger, dann wir hivor in unser Obli- gation ... zu verschreiben erbietig“ sei154. Dem Bedenken hinsichtlich der Erhal- tung der geistlichen Stände mochte so Rechnung getragen sein, ein eindeutiges Bekenntnis zur katholischen Kirche war damit nicht ausgesprochen, vielmehr findet sich in den entsprechenden Nebeninstruktionen für die nach Sachsen und Brandenburg gehenden Gesandten dieselbe Versicherung155. Indessen hat der kaiserliche Beichtvater Sitthard den Erzbischöfen gleichsam flankierend noch- mals beruhigende Briefe geschrieben, möglicherweise auf Anordnung156. Die zweite wichtige Richtlinie für alle Gesandten war, auf jegliche Andeu- tung, ob und welche Gegenleistungen der Kaiser zu bieten bereit sei, „sovil zu versteen [zu] geben, daß solches bey uns, es schicke gleich Got der Almechtige die Sach wie Er wolle, nit zu erheben“157. Sie hatten den anfragenden Kurfür- sten der dauernden Dankbarkeit des Kaisers zu versichern und durften ihm und seinen wichtigsten Ratgebern in Aussicht stellen, der Kaiser werde sich bei Gelegenheit durch Förderung ihrer Angelegenheiten oder ihrer Verwandten erkenntlich zeigen. Dem Kurfürsten August durfte gesagt werden, der Kaiser habe dem Brandenburger keinerlei Zusagen wegen des Erzstiftes Magdeburg gemacht158. Es ist nicht die geringste politische Leistung Ferdinands, daß es ihm gelungen ist, die Erhebung Maximilians ohne finanzielle Vergütungen und Ehe- versprechen, die bei seiner eigenen und der Wahl Karls V. bekanntlich von gro- ßer Bedeutung gewesen sind, zu erreichen159. 152 Bibl, Frage, S. 366; vgl. auch den von Hopfen, S. 193f, publizierten Brief, in dem ein geistlicher Gesprächspartner Maximilians mitteilt, jener habe die Einheit der Kirche als sehr wichtigen Wert betont. Die Zuweisung an Sitthard (so Paulus, Sittardus, S. 335f) leuchtet ein. 153 Vgl. Kapitel 7, S. 419f und S. 423 154 Nebeninstruktion für die Gespräche mit dem Kurfürsten von Mainz (Moser, Wahlkapitulation, S. 621–626, das Zitat S. 622; eine Vorstufe gedruckt bei Bucholtz 9, S. 569–572). 155 Moser, ebda, S. 644 156 M.I. Schmidt, S. 227f: „Um diesen Stein zu heben, mußte ... Zithardus an die drey geistlichen Churfürsten schreiben, daß sie in diesem Stücke nichts zu besorgen hätten“. (Hervorhebung von mir) 157 Zitiert nach dem Entwurf bei Bucholtz 9, S. 571 (= Moser, Wahlkapitulation, S. 626) 158 Moser, Wahlkapitulation, S. 648 159 Maximilian hingegen scheint in Frankfurt den Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg unter der Hand Zusagen gemacht zu haben (Goetz, Wahl, S. 152 mit Anm. 3). CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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