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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 595 -
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Die Vorbereitung der Wahl 595 Die Hauptinstruktion160 blieb dagegen sehr allgemein, denn die meisten of- fenen Probleme sollten ja möglichst diskret mit den jeweils daran Interessierten gelöst werden. Der Kaiser ließ jeden Kurfürsten über die zustimmenden Ant- worten der anderen informieren, die Nachfolge alsbald zu regeln. Etwaige Fra- gen, ob sich andere auf Maximilian festgelegt hätten, sollten ausweichend be- antwortet werden, das habe man für unziemlich gehalten, doch dürfe man hof- fen, daß aus der Sache für den Kaiser und den König von Böhmen „kain Schimpff und Verclainerung entstehen“ werde161. Offen nahm Ferdinand Stel- lung zu der ablehnenden Haltung des Pfälzers: Dessen Begründung sei nicht überzeugend; vielmehr bewege man sich selbst vollkommen im Rahmen von Recht und Herkommen, handele es sich doch um eine Reaktion auf die von mehreren Seiten vorgebrachte Warnung, beim Versäumen einer rechtzeitigen Ordnung der Sukzession drohten dem Reich schwere Gefahren; die Wahl bei Lebzeiten sei früher öfters praktiziert worden und in anderen Wahlreichen ebenfalls üblich. Neu war in der Instruktion nur das eindeutige Votum für ei- nen Kurfürstentag, weil dort die kurfürstliche „Präeminenz“ besser gewahrt werden könne, und die Ankündigung von Verhandlungen über eine Wahlka- pitulation. Ein Terminvorschlag wurde nicht gemacht, weil über den Modus der Einberufung noch mit dem Reichserzkanzler, der bei Konferenzen der Kurfür- sten und erst recht bei Königswahlen die Federführung hatte, Einvernehmen hergestellt werden mußte. Dieses Problem war Gegenstand eines weiteren Punktes in der Nebeninstruktion für die Gespräche mit dem Erzbischof von Mainz162. Die Instruktion für den Vortrag beim Kurfürsten von der Pfalz unterschied sich inhaltlich nicht von den anderen, doch war die Absicht stärker akzentuiert, alles ordnungsgemäß beraten und ablaufen zu lassen163. Man wußte am Kaiser- hof von Bemühungen anderer Fürsten, den Pfälzer umzustimmen. Gegen einen Besuch des Kurprinzen von Brandenburg in Heidelberg zu diesem Zweck hatte man zwar Bedenken, aber Christoph von Württemberg, von dem man Näheres über die Beweggründe Friedrichs III. erfahren hatte, wurde um eine Interventi- on gebeten und dafür von den Gesandten mit Argumenten versorgt: So sollte die pfälzische Kritik wegen Belastungen der Reichsstände durch Türkenhilfe und andere finanzielle Forderungen des Kaisers bzw. des Hauses Österreich als unberechtigt entkräftet werden164. Das Kalkül war offenbar, Friedrich zu der Einsicht zu bringen, daß er auch im Kreise seiner Glaubensgenossen für seine Haltung gegen die Wahl Maximilians wenig Gefolgschaft habe165. 160 Moser, Wahlkapitulation, S. 615–621: Instruktion v. 14.2.1562 161 So die ergänzende Weisung in den Nebeninstruktionen. 162 Die sonstigen Punkte in den Nebeninstruktionen haben in den Verhandlungen keine Rolle gespielt. 163 Moser, Wahlkapitulation, S. 634ff 164 Ebda, S. 626ff; vgl. Luttenberger, Kurfürsten, S. 119 u. S. 123 mit Anm. 115. 165 Bemerkenswert ist, daß dabei abermals Maximilians Sympathie für die „wahre religion“ als Argument eingesetzt wurde, was vom Kaiserhof – soweit erkennbar – nicht beanstandet wurde (HHStA Wien, RK WuKA 3, fol 381r-382r: Johann Georg v. Brandenburg an Christoph von Württemberg, 20.4.1562, Kopie; das Schreiben war von Prißmann konzipiert worden; dazu Goetz, Wahl, S. 144 Anm.2 und S. 119 Anm. 2). CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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