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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 607 -
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Ferdinand erreicht die päpstliche Anerkennung Maximilians 607 und ließ durchblicken, das Konzil müsse zu einem schnellen Ende gebracht werden250. Die politischen Kombinationen des Papstes fanden bei Ferdinand keine Ge- genliebe. Die abenteuerliche Idee eines Angriffs auf Württemberg lehnte er als unvereinbar mit seinem Bemühen um Frieden und Ruhe und seinen Interessen keineswegs dienlich ab, und die Absicht, das Konzil in Kürze zu schließen, nahm er mit Befremden auf, sei doch die Gelegenheit jetzt günstiger als je zu- vor, durch diese Versammlung etwas zum Nutzen der Kirche zu bewirken251. Andererseits erschien es doch ratsam, dem Wunsch der Kurie zu willfahren und förmlich um die Approbation Maximilians anzuhalten, wenn auch erst nach gründlicher Vorbereitung und keineswegs zu den römischen Konditionen252. Es war Ferdinands feste Überzeugung, daß die Spaltung der Christenheit nur durch gemeinsames Handeln von Papst und Kaiser überwunden werden konn- te. Wenn er selbst abberufen wurde, mußte sein Nachfolger vom Oberhaupt der Kirche als Partner der Zusammenarbeit akzeptiert werden. Wie nachteilig es war, wenn die beiden Spitzen der Christenheit nicht zusammenwirkten, hatte er oft genug erfahren. Es war erkennbar, daß Pius IV. die ja nicht neuen Ansprü- che der Kurie nicht so schroff wie sein Vorgänger als Prinzipienfrage behan- delte. Von diesem den Habsburgern wohlgesonnenen Papst war die Approbati- on gewiß leichter zu bekommen als von einem Nachfolger mit möglicherweise weniger freundlicher Einstellung, und auszuschließen war es nicht, daß Maxi- milian einmal davon Nutzen haben würde253. Im Konflikt mit Paul IV. hatte Ferdinand seine eigene Anerkennung als Römischer König und Nachfolger Karls V. durch Papst Clemens VII. als Trumpf ausspielen können. Ob außer- dem der Gedanke hinzugetreten ist, daß für die Mehrheit der katholischen Mächte die Wahl substantiell der päpstlichen Bestätigung bedürfe, weil sie sonst als unkanonisch und unvollkommen gelte, sei dahingestellt; Philipp II. hat sich mit dieser Begründung eingemischt und die österreichischen Verwandten zur Beantragung der Konfirmation aufgefordert, aber Gúzman, der seine Botschaft zu überbringen hatte, hat die Entscheidung nicht mehr beeinflußt, sie war schon gefallen254. Der am 15. Februar im Geheimen Rat des Kaisers wahrscheinlich in Anwe- senheit Maximilians gefaßte Beschluß, sich daran zu orientieren, wie man im Jahr 1531 vorgegangen war, war folgerichtig255, erwies sich aber als unausführ- bar. Weder die eigenen Archive noch das des Reichserzkanzlers vermochten die 250 Arco an F., 30.12.1562 (Sickel, Konzil, S. 414f) 251 F. an Arco, 1.2.1563 (Sickel, Konzil, S. 416) 252 Darum gab Maximilian am 20.2.1563 die hinhaltende Antwort, er werde demnächst eine neue Gesandtschaft schicken (NB II 3, S. 241). 253 Holtzmann, S. 430, nennt als weiteres Motiv, das Recht der „Ersten Bitte“ gewährt zu bekom- men. In den Quellen aus dem Jahre 1563 habe ich keine Erwähnung dieses Aspektes gefunden. Nach der Konfirmation im Februar 1564 taucht er allerdings auf (Feine, S. 31). 254 Instruktion für Gúzman bei Döllinger 1, S. 461ff, bes. S. 466; dazu Heine, S. 29f; Holtzmann, S. 462f. Im Prinzip war Philipps Meinung sicher bekannt (vgl. CDI 98, S. 385: Philipp an F., Ma- drid, 20.12.1562). 255 HHStA Wien, RHRP 20b; zitiert NB II 3, S. 240; Maximilian war damals in Innsbruck (Holtz- mann, S. 451). CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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