Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 625 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 625 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Bild der Seite - 625 -

Bild der Seite - 625 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Text der Seite - 625 -

Spannungsabbau in Europa statt katholischer Ligaprojekte 625 sche Unterstützung gemeint haben50. Die in Hessen zugunsten der Hugenotten geworbenen Truppen ließen den Kaiserhof um das Zustandekommen des Kur- fürstentages in Frankfurt zur Königswahl Maximilians bangen51. Wenn Pius IV. im August 1562 von einem Kreuzzug träumte und vom Frankfurter Tag einen Beschluß zur Rückeroberung Ungarns erwartete, die er finanziell unterstützen wollte52, konnte Ferdinand, der auf die Ratifizierung des endlich ausgehandel- ten Friedens durch den Sultan wartete, das nur als Störung betrachten. Solange das Konzil tagte, hat Ferdinand den in mehreren Variationen auftau- chenden Gedanken, ein „Gipfeltreffen“ der führenden katholischen Herrscher zu veranstalten, als riskant und unnütz verworfen. Es wurde schon berichtet, warum er im Frühjahr 1563 die Einladung zu einer persönlichen Begegnung mit dem Papst in Bologna, zu der eventuell auch Philipp II. hinzugezogen werden sollte, nicht annahm53. Als nur wenig später von Frankreich die Überlegung an ihn herangetragen wurde, eine Zusammenkunft zu arrangieren, an welcher der Papst, der Kaiser und König Maximilian, Philipp II., Karl IX. und seine Mutter Katharina von Medici und vielleicht auch der Herzog von Savoyen teilnehmen sollten, die mit dem Vorschlag verbunden war, das Konzil in eine deutsche Stadt zu verlegen54, fand die Idee bei Ferdinand folgerichtig ebenfalls keine Gegenliebe, vor allem die letztere Komponente hielt er für undiskutabel55. Es kann hier übergangen werden, aus welchen Motiven die französische Regentin ihre Anregung machte und sie ein paar Monate später in veränderter Form an der Kurie vorbringen ließ, wo sie von Pius IV. aufgenommen und alsbald uminterpretiert wurde56. Schon die Meldung Arcos, der Papst wolle sich den französischen Vorschlag einer Aussprache mit jenen Herrschern zu eigen ma- chen und werde deswegen Botschafter nach Spanien und zum Kaiser schicken57, bewog den Kaiser zu einer eindeutigen negativen Stellungnahme: Dem Papst sollte, falls er darauf dränge, erwidert werden, ein solcher Konvent habe keinen Nutzen58. Man sorgte am Kaiserhof dafür, daß diese Position bekannt wurde. Der Gesandte Venedigs konnte alsbald melden, daß Ferdinand ein Treffen ab- lehne59, und Delfino riet von der Sendung ab, weil sie erfolglos bleiben müsse60. Die von Pius IV. vorgenommene Präzisierung des französischen Vorschlags, jene Konferenz solle zu einer Vereinigung mit dem Ziel führen, die Beschlüsse 50 Heidenhain, Unionspolitk, S. 447ff; Wirsching, S. 357 51 Weisung an Ilsung v. 25.9.1562 (gedruckt bei Moser, Wahlkapitulation, S. 909ff), bei den geistli- chen Kurfürsten die Gefahr herunterzuspielen (S. 912); vgl. Goetz, Wahl, S. 164f. 52 Sickel, Konzil, S. 368; NB II 3, S. 117 53 vgl. Kapitel 7, S. 466 54 Marcks, S. 24; Maurenbrecher, Archival. Beiträge, S. 5; die Liste der eventuellen Teilnehmer nach dem Brief des Bischofs von Orleans v. 12.6.1563 an Bochetel (Le Laboureur 2, S. 447). 55 Bochetel äußerte sofort Bedenken (Schreiben an Katharina v. 20.5.1563 in BN Paris Cinq cents de Colbert Nr. 392, S. 17–20); er behielt recht (Marcks, S. 22). 56 Vgl. dazu Marcks, S. 42ff 57 Sickel, S. 598f: Bericht Arcos v. 18.9.1563 58 HHStA Wien, RHRP 20b, Eintrag zum 28.9.1563 (zitiert NB II 3, S. 464) 59 VD 3, S. 240 Anm. 2; ebda S. 246 gibt er eine – von Maximilian weitererzählte – Äußerung Ferdinands wieder, jene vier katholischen Herrscher zusammenzubringen sei ebenso leicht wie die vier Winde zu sammeln (vgl. Holtzmann, S. 493). 60 NB II 3, S. 462; Marcks, S. 319 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
zurück zum  Buch Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V."
Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Ferdinand I. als Kaiser