Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 700 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 700 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Bild der Seite - 700 -

Bild der Seite - 700 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Text der Seite - 700 -

Kapitel 10: Kaiser Ferdinand I. im europäischen Kräftespiel700 zu treffen632. Und als Philipp von Hessen anregte, der Kaiser selbst möge sich der Sache annehmen, wurde er umgehend beauftragt, die Vermittlung auch im Namen des Kaisers zu betreiben633. Ferdinand hatte Bedenken, ohne ein Ver- mittlungsgesuch seitens einer Konfliktpartei initiativ zu werden, um den Ein- druck zu vermeiden, „als ob wir uns frembder sachen, die uns nichts angeen, hoch anzunemen und darunder das unserig zu suechen gedechten“, und außer- dem wußte man am Kaiserhof so gut wie nichts über die Ursachen des Strei- tes634. Der Kongreß von Rostock scheiterte, weil keine schwedischen Vertreter erschienen und Dänemark zur angesetzten Zeit die Kampfhandlungen zu Lande eröffnete635. Da Lübeck auf der Seite Dänemarks am Krieg teilnahm, mußte die Ausdehnung ins Reich befürchtet werden, zumal niemand wußte, was der Kondottiere Erich von Braunschweig-Calenberg mit seiner im Juli angetretenen Heerfahrt nach Osten beabsichtigte636. Doch als Lübeck das Reichsoberhaupt über das Bündnis mit Dänemark informierte und darum bat, benachbarte Für- sten und Stände zur Unterstützung der Stadt aufzufordern, beließ es der ganz auf die ungarische Krönung Maximilians konzentrierte Kaiser dabei, der Stadt Befremden auszudrücken637. Im Winter gelang es Maximilian, die Bedenken des Vaters zu überwinden, sich selbst als Friedensvermittler anzubieten, und die bisherigen Vermittler wurden um Rat gebeten, wie der Kaiser helfen könne638. Wohl auf Veranlas- sung Maximilians machte Kurfürst August den Vorschlag, Kaiser und Römi- scher König sollten die Aufgabe allein übernehmen, weil das bei den streitenden nordischen Königen „mehr ansehens und wurckhung“ hätte639. Doch wünschte Ferdinand die Unterstützung Sachsens und Hessens, weil sie die Verhältnisse und auch die Räte der beiden Gegner besser kennten und die in solchen Fällen erforderlichen vertraulichen Gespräche darum eher führen könnten. Im März 1564 erließ der Kaiser offizielle Einladungen an alle am Krieg Beteiligten zu einem neuen Friedenskongreß in Rostock, der am 22. Mai beginnen sollte, und ernannte Bohuslav von Hassenstein und Christoph von Karlowitz zu seinen Kommissaren640. Die bisherigen Vermittler wurden gebeten, abermals teilzu- 632 HHStA Wien, RHRP 21, fol 106v: Eintrag zum 21.6.1563 633 Ebda, fol 113r: Eintrag zum 7.7.1563 634 Diese in einem Schreiben v. 25.11.1563 an Maximilian enthaltenen Argumente (HHStA Wien, RK RTA 45/3, fol 71r-75r, das Zitat fol 74r) hatten zweifellos schon im Sommer Gültigkeit. Vgl. auch VD 3, S. 247: Bericht Contarinis v. 8.12.1563, demzufolge Maximilian als einzigen Kriegs- grund eine persönliche Beleidigung des schwedischen Königs durch den dänischen anzugeben wußte. 635 Schäfer, S. 109f; Dreyer, S. 167. Es findet in den Wiener Akten keine Stütze, daß Ferdinand diesen Kongreß einberufen hätte (gegen Arnheim, S. 450f). 636 Häfner, S. 25f 637 Lübecks Kriegseintrtt wurde am 26.8.1563 im Geheimen Rat besprochen (HHStA Wien, RHRP 21, fol 132r), das Bündnis mit Dänemark war schon am 13.6. abgeschlossen worden (Dreyer, S. 169ff). Ferdinands Befremden referiert Schard, Epitome, S. 163 links. 638 HHStA Wien, ebda, fol 176v/177r: Eintrag zum 25.11.1563 639 HHStA Wien, RHRP 23, fol 12r: Eintrag zum 23.1.1564; entsprechend F. an Maximilian, 23.1.1564 (ebda, RK RTA 45/3, fol 99r-103v, hier fol 101r/v) 640 Ebda, RHRP 23, fol 35r/v: Eintrag zum 6.3.1564; BHStA München, KÄA 4231, fol 253r/v: Zasius an Herzog Albrecht, 15.3.1564 (Or.) CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
zurück zum  Buch Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V."
Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Ferdinand I. als Kaiser