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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 703 -
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Zur Heiratspolitik Ferdinands 703 welche die erste Anwartschaft auf die Nachfolge hatten, zu geben654. Mit seiner Erlaubnis haben von den zehn Töchtern, die das „heiratsfähige Alter“ erreicht haben, drei das Leben als Stiftsdamen vorgezogen655. Die Erzherzoginnen Anna und Maria wurden 1546 mit deutschen Reichsfür- sten vermählt, um die innerdeutsche Opposition gegen das Haus Habsburg zu schwächen. Anna erhielt den Erben des Herzogtums Bayern, Albrecht, zum Gemahl, dessen Vater und Onkel lange genug auf seiten der Opposition gegen die habsburgische Politik gestanden hatten. Bereits im Zusammenhang mit dem Linzer Vertrag von 1534 zwischen Österreich und Bayern war eine Eheverab- redung als eine Gegenleistung für die Anerkennung der Königswahl Ferdinands durch die Bayern diskutiert worden656, die nun verwirklicht wurde. Ihren Zweck, die Freundschaft zwischen den beiden Dynastien zu vertiefen657, hat diese Verbindung in hohem Maße erfüllt: Im Unterschied zu seinen Vorgängern unterstützte Herzog Albrecht in der Regel loyal die Politik Ferdinands, erin- nert sei an die Zusammenarbeit bei der Bündepolitik sowie in der Konzilspoli- tik. In außenpolitischen Fragen und nicht zuletzt bei seiner Heiratspolitik hat Ferdinand den Schwiegersohn häufig konsultiert. Das Votum Albrechts, den Seld und Zasius über viele Angelegenheiten auf dem laufenden hielten, hatte beim Kaiser Gewicht658. So ist der alte Antagonismus zwischen Habsburg und Wittelsbach durch diese Ehe für einige Zeit entschärft worden659. In einem wichtigen Punkt jedoch hat Ferdinand sich gehütet, die Erwartungen der Bay- ern zu erfüllen, nämlich die pfälzische Kurwürde auf Herzog Albrecht zu übertragen, obwohl einige seiner Räte, allen voran Graf Georg von Helfenstein, aber auch Zasius, diesen Schritt befürwortet haben660. Die Argumente des Bay- ern, die Ferdinand im Herbst 1558 vorgetragen worden sind, als man mit dem baldigen Tod des Kurfürsten Ottheinrich rechnete, klangen wahrlich überaus verlockend: Jener habe ständig auf allen Gebieten gegen die Politik des Kaisers opponiert und sogar mit Frankreich paktiert, und von seinem Erben Friedrich sei nichts Besseres zu erwarten, während der Kaiser durch die Übertragung der Kur an Albrecht „ain bestendige tranquillitet und geruewigs fridlichs regiment die zeit irer gubernation erlangen, in der religion zu weitterer ungepür unange- fochten und untrungen pleiben, ain bestendigen universal gehorsamb durchs reich ausstabiliern, die kaiserisch cron auf ir hochloblichst haus Osterreich weitter continiern und... auch die rheinischen curfürsten al vier in ain corpus redigiern und alsdann in allen furfallenden reichssachen, sonderlich den türgen- hilfen ir intent zu gutter und wilferiger erörterung jederzeit ausfuern mu- gen“661. Trotz dieser umfassend zu nennenden Garantien für eine problemlose 654 Fichtner, Marriage, S. 261 655 Bucholtz 8, S. 729; nützliche Übersicht jetzt bei Laferl, S. 119 656 Kohler, Antihabsburgische Politik, S. 274 657 So Fichtner, Marriage, S. 257, aufgrund des Ehevertrages 658 „...E.F.G ratschleg seind fürwar ... auch bei der Kais. Mt. selbs (wie pillich) in hoher achtung...“ (Goetz, Beiträge, S. 277: Seld an Albrecht, 24.12.1563) 659 1571 kam eine zweite Ehe zwischen Habsburg und Wittelsbach zustande: Erzherzog Karl hei- ratete Maria von Bayern. 660 Goetz, Bayerische Politik, S. 130 u. S. 105 661 Goetz, Beiträge, S. 128ff, das Zitat S. 134 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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