Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 706 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 706 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Bild der Seite - 706 -

Bild der Seite - 706 - in Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.

Text der Seite - 706 -

Kapitel 10: Kaiser Ferdinand I. im europäischen Kräftespiel706 wandten vertraulich über den hoffnungslosen Zustand seines Sohns zu infor- mieren677. – So gut wie keine Früchte brachte der Versuch, durch eheliche Verbindungen mit dem polnischen Königshaus die Unterstützung der bedeutenden Macht in Ostmitteleuropa zu gewinnen. Obwohl die kurze Ehe zwischen Sigismund August und Ferdinands ältester Tochter Elisabeth wenig glücklich gewesen war678, wurde der polnische König, nachdem er zum zweitenmal Witwer ge- worden war, im Juli 1553 abermals Schwiegersohn des Habsburgers. Das neue Ehebündnis lag im Interesse beider Parteien; für die habsburgische Seite trat zu den früheren Aspekten hinzu die Verhinderung einer Allianz Polens mit Frank- reich679. Als polnische Königin war Ferdinands Tochter Katharina des öfteren eine wertvolle Informationsquelle für den Vater, dessen Vertreter Weisung hatten, mit ihr Kontakt zu halten680. Doch gelang es ihr nicht, auf den Gemahl Einfluß zu gewinnen, der sich schon nach wenigen Jahren von ihr zurückzog, als man nach einer schweren Krankheit Katharinas die Hoffnung auf die Ge- burt eines Thronfolgers aufgeben mußte. Ferdinand und Maximilian haben in ihrer privaten Korrespondenz überlegt, wie sie der Unglücklichen helfen könnten681. Statt der im Ehevertrag anvisierten Vertiefung der Freundschaft und vertrauensvoller Zusammenarbeit, die in der offiziellen Korrespondenz ständig beschworen wurde, herrschte weit mehr Mißtrauen zwischen den bei- den Höfen, insbesondere wegen der politischen Differenzen im Baltikum und wegen der Enttäuschung der Habsburger über die in ihren Augen vertragswid- rige Parteinahme des Polenkönigs für seine Schwester Isabella von Siebenbür- gen und deren Sohn. Darüber hinaus konnte es Ferdinand nicht gleichgültig sein, wie die Sukzession für Sigismund August geregelt werden würde. Der Gesandte Sauermann wurde mehrmals angewiesen, sorgfältig zu beobachten, was über die Kooptation eines Nachfolgers geredet oder verhandelt würde682. Zeitweilig befürchtete man, es könnte entweder der Zar werden, der um eine polnische Prinzessin warb, oder aber Johann Sigismund Zapolya, der Neffe des Königs683. Wenn der venezianische Gesandte Soranzo im November 1560 meinte, der Kaiser wolle den Erzherzog Ferdinand als Thronfolger in Polen aufbauen, so war das reine Spekulation684. Vielmehr lehnte Ferdinand es ab, 677 Im Gespräch mit Dietrichstein, der die Erzherzöge nach Spanien begleitet hatte, würdigte er die Vorzüge Annas, gab aber die Gründe für sein Verzögern der Entscheidung nicht preis, sondern wollte sie durch einen eigenen Gesandten in Wien darlegen lassen – ein Indiz dafür, daß es sich um eine delikate Sache handelte, die keinesfalls schriftlich gemeldet werden sollte (HHStA Wien, Spanien, Dipl. Korr. 7, fol 1r/v + 3r/v: Dietrichstein an F., Valencia, 19.4.1564). 678 Übersberger, S. 255f 679 Fichtner, Marriage, S. 257f; Übersberger, S. 286f 680 Fichtner, Marriage, S. 245: Übersberger, S. 374 681 HHStA Wien, FK A 2, fol 164r-165v: F. an Maximilian, 27.3.[1559] 682 HHStA Wien, Polonica 10, fol 82v (Weisung v. 29.11.1560) und 12, fol 33r (Weisung v. 10.3.1563) 683 So Seld an Herzog Albrecht, Wien, 5.12.1560 (BHStA München, KÄA 4306, fol 533r) 684 VD 3, S. 165 Anm. 4 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
zurück zum  Buch Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V."
Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Ferdinand I. als Kaiser