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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 708 -
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Kapitel 10: Kaiser Ferdinand I. im europäischen Kräftespiel708 Spitze Granvella, im Jahr 1549 eine Ehe zwischen Erzherzogin Katharina und Herzog Franz II. von Mantua ausgehandelt worden, doch war der junge Ehe- mann schon wenige Monate nach der Hochzeit verstorben692. Anfang 1559 reagierte Ferdinand auf Nachrichten über eine mögliche Heirat zwischen den italienischen Häusern Mantua und Ferrara (Gonzaga und Este) mit dem Pro- jekt, eine seiner fünf ledigen Töchter mit Herzog Wilhelm von Mantua zu ver- mählen; eine allzu enge Verbindung zwischen den beiden benachbarten italieni- schen Fürstenhäusern erachtete er als schädlich für die habsburgischen Interes- sen693. Im Herbst wurden Verhandlungen über das von Philipp II. unterstützte Projekt aufgenommen694, die sich länger als ein Jahr hinzogen, nicht zuletzt darum, weil zunächst keine der ausersehenen Erzherzoginnen bereit war, den Herzog zu ehelichen. Erst Anfang Dezember 1560 gelang es der von Ferdinand eingeschalteten Herzogin Anna (von Bayern), ihre schon 26 Jahre alte Schwe- ster Eleonore umzustimmen695. Es hat den Anschein, als hätte diese Erfahrung den Kaiser nachdenklich ge- macht, denn von ihm sind neue Heiratsinitiativen für seine Töchter nicht mehr ausgegangen. An Freiern und Brautwerbern fehlte es in seinen letzten Regie- rungsjahren zwar nicht, doch wurden alle recht zurückhaltend behandelt. Das ist insofern plausibel, als Ferdinand, solange Johanna für den Frieden mit Jo- hann Sigmund Zapolya „reserviert“ blieb, nur noch eine Tochter, Barbara (geb. 1539), zu vergeben hatte, wenn er den Willen der beiden schon weit über zwan- zig Jahre alten Erzherzoginnen Magdalena und Margarete, unvermählt zu blei- ben, respektieren wollte. Die zweitjüngste Tochter Helena war nach Ansicht des Vaters wegen ihrer schwächlichen Konstitution zur Ehe nicht geeignet696. Selbst die Werbungen von Königen wurden abgelehnt; freilich handelte es sich bei Friedrich II. von Dänemark und Erich XIV. von Schweden um Luthera- ner697. Obwohl der Däne für eine habsburgische Gemahlin ungehinderte Aus- übung ihrer Religion angeboten haben soll, hielt Ferdinand für seine Töchter an dem Grundsatz fest, sie nur an Katholiken zu verheiraten. Er hatte mit dieser Begründung schon zweimal Werbungen für Mitglieder des dänischen Königs- hauses abgelehnt, obwohl sie von renommierten Reichsfürsten befürwortet wurden698. Ihn mag dabei das Schicksal seiner Schwester Isabella gewarnt ha- ben, die an der Seite des Dänenkönigs Christian II. zur neuen Lehre „abgefal- 692 Bucholtz 8, S. 731f; Fichtner, Marriage, S. 261 693 Ferdinands Gründe ergeben sich aus einem Schreiben Philipps II. an Luna (CDI 98, S. 50f, undatiert, ca. Anfang 1559); vgl. auch VD 3, S. 84.- Das an Mantua grenzende Herzogtum Ferra- ra stand unter päpstlicher Lehenshoheit. 694 VD 3, S. 97 695 BHStA München, KÄA 4461 fol 39r/v: F. an Albrecht, 5.11.1560 (eigh.); CDI 98, S. 186f; VD 3, S. 172 (Soranzo wußte auch, daß Ferdinand die Verbindung zwischen Mantua und Ferrara ver- hindern wollte); Bucholtz 8, S. 735. 696 F. an Philipp II., 19.11.1562 (CDI 98, S. 376ff, bes. S. 377) 697 Dänemark: CDI 98, S. 148 (Luna an Philipp II., 8.6.1560), vgl. VD 3, S. 150. Schweden: VD 3, S. 209 Anm. 3; Meyenhofer, S. 333; von Ferdinand selbst bestätigt im Schreiben v. 19.11.62 (s. vo- rige Anm.). 698 Druffel 4, S. 544: F. an Karl V., 1.12.1554; Goetz, Beiträge, S. 44 Anm. 1: F. an Herzog Albrecht, 25.9.1557 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
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