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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 709 -
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Zur Heiratspolitik Ferdinands 709 len“ war. Die dänische Anfrage kam zudem zu einem Zeitpunkt, als die Aus- söhnung mit Rom erst wenige Monate alt war und keine neue Belastung ver- trug; damals versicherte Ferdinand dem neuen Nuntius Hosius, er lehne Ver- mählungen seiner Töchter mit Häretikern ab699. Noch mehr königliche Kandidaten gab es nicht, denn der portugiesische Thronfolger und die französischen Prinzen waren für Ferdinands Töchter zu jung700. So schien der Weg frei für italienische Fürsten. Bereits erwähnt wurde die abwehrende Reaktion Ferdinands auf die päpstliche Anregung, eine seiner Töchter mit dem Erbprinzen von Florenz zu verheiraten701, und bis weit ins Jahr 1563 hinein blieb er gegenüber allen Fürsprechern zugunsten des Medici sehr kühl702. Als weiterer Bewerber trat Herzog Alfonso II. von Ferrara auf703, der mit Cosimo von Florenz gerade einen Rangstreit ausfocht, den Ferdinand entscheiden sollte704, und alsbald entstand zwischen beiden eine Rivalität um die Hand der Erzherzogin Barbara705. Am Kaiserhof genoß der Este größere Sympathien706, zumal man sich von dem Projekt versprach, ihn teilweise oder ganz von seinen bisherigen Verbindungen mit Frankreich abziehen zu kön- nen707. Philipp II., der die Bewerbung des Florentiners befürwortete, brachte zwischendurch noch einen dritten Kandidaten in die Konkurrenz ein, Alessan- dro von Parma, den Sohn seiner Stiefschwester Margarete708. Dieser Vorschlag scheiterte an Ferdinand, der seinem Neffen eingehend darlegte, eine Vermäh- lung seiner Tochter mit einem Bastardensproß sei sowohl seiner persönlichen als auch der kaiserlichen Reputation abträglich, vor allen bei den deutschen Fürsten709. Im Sommer 1563 traf er schließlich die – im Blick auf die Lebensal- ter der beiden Bräutigame sehr vernünftige – Entscheidung, Barbara mit dem Este zu vermählen, während für den Florentiner allenfalls Johanna in Frage käme710. Daß Alfonso von Ferrara Ende November erklären ließ, lieber Johan- na heiraten zu wollen, stieß sowohl bei Ferdinand als auch bei dem die Ver- 699 NB II 1, S. 41: Bericht Hosius’ v. 8.6.1560. Falls die im vorhergehenden Jahr betriebene Heirat zwischen Erzherzog Karl und Königin Elisabeth von England zustande gekommen wäre, hätte sich Ferdinand wohl mit privater Ausübung katholischen Gottesdienstes durch den Prinzgemahl zufrieden gegeben, auch wenn er das nach dem Scheitern gegenüber Hosius in Abrede stellte. 700 Die Ende 1557 von Herzog Albrecht im Zusammenhang mit der damals erörterten Friedens- vermittlung zwischen Frankreich und Spanien gegebene Anregung, eine Tochter Ferdinands mit einem Sohn Heinrichs II. zu vermählen, wurde nicht aufgenommen (Goetz, Beiträge, S. 94). 701 s. oben, S. 662; CDI 98, S. 179; Gerüchte über eine solche Verbindung hatte es schon 1558 gege- ben (VD 3, S. 50 Anm. 7). 702 Arco an F., 9.12.1560 (Sickel, Konzil, S. 150); vgl. ferner Sickel, ebda, S. 175; VD 3, S. 180; CDI 98, S. 130f (Luna an Philipp II., 28.1.1561 [nicht 1560!]) 703 Sickel, Konzil, S. 198 verweist auf Berichte Thurms v. 27.4.1561 und Arcos v. 10.5.1561. Im Umkreis des Brüsseler Hofes ist der Gedanke schon 1556 aufgetaucht (Weiss 4, S. 698). 704 Seld an Herzog Albrecht, 27.11.1561 (BHStA München, KÄA 4307, fol 238r-239r) 705 Vgl. dazu NB II 3, S. 489; Bibl, Maximilian, S. 317 706 Seld an Herzog Albrecht, 9.10.1561 (ebda, fol 206r-207r); vgl. auch die Bemerkungen Michieles in seiner Schlußrelation (Fiedler, S. 263f). 707 s. Anm. 696 708 Philipp an F., 17.7.1562 (CDI 98, S. 346) 709 wie Anm. 696 710 HHStA Wien, Spanien, Hofkorr. 2, fol 27r-28r: Konzept eines Memorandums für Gúzman, 7.7.1563 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
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