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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 727 -
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EPILOG „IMAGO FERDINANDI“: ZUM BILD DES HABSBURGERS IN DER MIT- UND NACHWELT Wir fragen abschließend nach der Reputation Ferdinands bei seinen Zeitgenos- sen und in der Nachwelt. Nur ein Jahr nach dem Tode des Kaisers, 1565, erschien in Venedig bereits eine Vita des Habsburgers, die ihr Verfasser, der Spanier Alfonso Ulloa1, dem Sohn des Gewürdigten, Kaiser Maximilian II., widmete. Im nächsten Jahr wur- de ebenfalls in Venedig eine zweite Vita Ferdinands von dem Venezianer Lodo- vico Dolce veröffentlicht2. Beide Autoren hatten vorher schon Viten Kaiser Karls V. herausgebracht3. Ihre Darlegungen befriedigen die Erwartungen an eine Lebensbeschreibung allerdings nur unzureichend, und für die Politik Fer- dinands I. als Kaiser sind sie unergiebig. Da es sich aber nicht um Auftragsar- beiten handelt, sind sie von Interesse als Quellen für das zeitgenössische Bild von Ferdinand. Die Lebenszeit Ferdinands dient der Vita von Ulloa im Grunde nur als zeit- licher Rahmen für einen Bericht über die Kriege der Fürsten in Europa von 1520–15644. Im Mittelpunkt dieser recht kenntnisreichen Aneinanderreihung der Haupt- und Staatsaktionen stehen die Habsburger, in erster Linie mithin Karl V.; vom Leben Ferdinands und seinem Anteil am politischen Geschehen seiner Zeit bietet Ulloa dagegen relativ wenig, obwohl er auf manche wichtige Entwicklung im Reich eingegangen ist. So macht er Mitteilungen über Ferdi- nands Beteiligung am Nürnberger Reichstag von 1524 und am Regensburger Konvent, über seine Königswahl, die mit der Ernennung der Cäsaren durch die spätantiken römischen Imperatoren verglichen wird5, über den Verlust Würt- tembergs, über das Regensburger Religionsgespräch und über die Kämpfe in Ungarn. Konturen gewinnt Ferdinand dadurch jedoch nicht. Gewissenhaft vermerkt werden die Geburten seiner Kinder, und der Tod seiner Gemahlin Anna gibt Gelegenheit, das Ehepaar mit Odysseus und Penelope in Parallele zu setzen6. Das umfangreichste der fünf Bücher, die jeweils mit einer kurzen An- rede an Kaiser Maximilian beginnen, behandelt den Krieg des Kaisers und Fer- dinands (!) gegen die deutschen Fürsten von 1546–1550 und die böhmische Rebellion7, wobei viele militärische Einzelheiten ausgebreitet werden und der Autor die enge Zusammenarbeit der beiden Brüder und ihre Übereinstimmung 1 Vita del potentissimo e christianissimo Imperatore Ferdinando Primo 2 Vita di Ferdinando primo imperadore 3 Eingehend zu beiden Autoren Morel-Fatio, S. 123ff (zu Ulloa) und S. 148ff (zu Dolce). 4 Das bringt er im Untertitel auch zum Ausdruck. 5 S. 37 (2. Mal) [Im von mir benutzten Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek in München gibt es die Seiten 25–32 nicht, dafür wird zweimal von 33–40 gezählt.] 6 S. 286 7 S. 203–360 CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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