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Ferdinand I. als Kaiser - Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Seite - 728 -
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Epilog728 betont, den Angriff auf Wittenberg zu führen8. Daran schließt Ulloa die Be- hauptung, Ferdinand habe den Kaiser überzeugt, vor der Schlacht bei Mühlberg die Elbe zu überqueren, und folgert: „e come poi si vidde questo consiglio di Ferdinando fu principalissima cagione della vittoria“9. Ein Bestandteil des all- gemeinen Bildes von Ferdinand ist diese Zuerkennung des Verdienstes am Tri- umph der habsburgischen Waffen aber nicht geworden. Über die Unterwerfung Böhmens zeigt Ulloa sich gut informiert und würdigt Ferdinands Erfolg mit den Worten: „in questo modo il regno di Boemia venne poi ubbidientissimo al suo Principe, ne mai tornò a ribellari“10. Die von Karl V. beabsichtigte Neuregelung der Nachfolge referiert er nur aus der Sicht Karls, führt dann aber als einen der Gründe für den Fürstenauf- stand von 1552 an, Ferdinand habe auf das Königtum verzichten und Philipp zum Nachfolger Karls bestimmt werden sollen11. Während Ferdinand kon- struktive Vorschläge zu den Verhandlungen in Linz und Passau attestiert wer- den, findet der Augsburger Reichstag von 1555 keine Beachtung, aber im letz- ten Buch wird erwähnt, Papst Pius IV. habe anerkannt, daß Ferdinand an den Zugeständnissen an die Protestanten in Passau, Augsburg und Regensburg voll- kommen unschuldig (innocentissimo) gewesen sei, weil er nur als Stellvertreter Karls präsidiert habe12. Das letzte Buch, für das die Regierungszeit Ferdinands als Kaiser den Rah- men bietet13, behandelt auf der Basis des damals allgemein Bekannten zunächst Karls Resignation vom Reich, den Frankfurter Staatsakt, die Sendung Gúzmans nach Rom und den Streit mit Papst Paul IV., in dem Ferdinand sich in seinem Gehorsam gegen die Kirche nicht habe beirren lassen14. Ferner finden in Kürze Ferdinands Zustimmung zum Konzil, die Königswahl Maximilians und der Frieden mit dem Sultan Erwähnung, ehe ausführlich die letzten Tage des tod- kranken Kaisers geschildert werden. Die abschließende Würdigung wiederholt die Worte, mit denen Ulloa Ferdinand zu Beginn seines Werkes vorgestellt hatte: Er sei eine sehr liebenswürdige und angenehme Persönlichkeit gewesen, maßvoll im Essen und Trinken, lebhaft, gütig und sehr leutselig15, in seiner Jugend auch ein guter Tänzer. In einem Nachwort erklärt Ulloa schließlich, er habe eigentlich einen Vergleich Ferdinands mit Numa Pompilius beabsichtigt, um zu zeigen, wie sehr die beiden Fürsten „nella religione, bonta et fede“ gleichartig seien, habe das aber unterlassen, um die enge Verbundenheit Ferdi- nands mit Karl V. herauszuarbeiten, der seinerseits mit den Waffen so große 8 S. 298 9 S. 304 10 S. 351 11 Im vierten Buch, das die Zeit von 1550–1556 behandelt (S. 361–393). 12 S. 426 13 S. 394–451 14 „Ma Ferdinando non si turbò punto per la resistenza, et difficulta che nel Papa trovava, anzu benignamente et con grande humiltà gli scrisse piu volte offerendogli con tutte ler sue forze co- me ubbidientissimo figliuolo della santa Romana chiesa et de sommi Pontifici“ (S. 401). 15 „Era Ferdinando ... di gentilissima et aggratiata persona, molto regolato nel mangiare et nel bere, benigno, allegro et molto affabile...“ (S. 445, ebenso S. 3). Ulloa könnte diese Informationen von venezianischen Diplomaten erhalten haben. CC BY-NC-ND 4.0 | DOI https://doi.org/10.17438/978-3-402-21806-8
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Ferdinand I. als Kaiser Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Titel
Ferdinand I. als Kaiser
Untertitel
Politik und Herrscherauffassung des Nachfolgers Karls V.
Autor
Ernst Laubach
Verlag
Aschendorff Verlag
Ort
Münster
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-402-18044-0
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
786
Schlagwörter
Ferdinand I., Karl V., 16. Jahrhundert, Kaisertum, Reformation, Geschichte, Konfession
Kategorie
Biographien
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