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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 217 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 217 In einer an Kabinettsdirektor Braun gerichteten ausführlichen Stel- lungnahme vom 31. März 1870 – Becker klassifiziert sie selbst als eine Art Präludium zu seinem wenige Monate später folgenden Bericht und Ar- beitsprogramm – stellt er die im Jänner 1849 erfolge Anweisung als großen Hemmschuh für die Entwicklung und Erweiterung der beiden unter seiner Leitung stehenden Bibliotheken dar, und dies aus folgendem Grund: Die Sparsamkeit gebiete es, bei Ankäufen für die Fideikommissbibliothek abzu- wägen, ob der eine oder andere Titel nicht vielleicht ohnehin als Geschenk an den Kaiser in seine Privatbibliothek einlaufen werde und somit hinläng- lich vorhanden sei. Dieser Zufluss sei nun aber seit 21 Jahren beinahe völ- lig versiegt, da die über das Oberstkämmereramt hereinkommenden Werke an die Hofbibliothek weitergereicht würden und die franzisko-josephinische Privatbibliothek somit nur jene Titel erhielte, die dem Geheimen Kabinett zur Vorlage und Erledigung zugewiesen werden. Warum diese Maßnahme überhaupt getroffen worden sei und Khloyber damals nicht vehement da- gegen protestiert habe, ist Becker völlig unverständlich und gehe aus den vorhandenen Aufzeichnungen auch nicht hervor. Der damalige Bibliotheks- vorsteher sei weder um ein Gutachten in dieser Angelegenheit gebeten noch offiziell von der kaiserlichen Resolution in Kenntnis gesetzt worden – sieht man von der erhaltenen Abschrift eines entsprechenden Reskripts701 des Obersthofmeisteramtes an die Hofbibliothek ab. „Allein außer allem Zweifel steht, dass damit das unanfechtbare Privateigen- thum Seiner Majestät einer Anstalt [seiner Privatbibliothek], die für diesen Zweck gegründet ist und insbesondere auf die kaiserlichen Geschenke ihre bibliothekarische Thätigkeit zu stützen hat, entzogen, und einer andern An- stalt, die einer solchen Bereicherung weder bedarf noch sie benützen kann, zugewendet wurde. Denn die kk Hofbibliothek erhält einerseits von allen lite- rarischen Werken, die in Österreich erscheinen, Pflichtexemplare und kann andererseits kein einziges von den Kaiserlichen Geschenken dem Publicum zur Benützung in die Hand geben, da der meist kostbare Einband dies verbie- tet.“702 Beispielhaft für den Entgang zahlreicher Austriaca führt er an, dass seit 1849 etwa alle Publikationen der Akademie der Wissenschaften, die man dem Kaiser stets in prunkvollem Einband überreiche, nun eben auch an die Hofbibliothek gehen würden, wo sie neben den identen Pflichtexemplaren „unbenützt den Raum verstellen“. Die Privatbibliothek, „für welche jedes 701 Vgl. Anm. 634. 702 FKBA26140, fol. 4v–5r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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