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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 218 -
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Seite - 218 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN218 der Exemplare nach der Intention des Gebers bestimmt war“ habe sich da- raufhin bemüßigt gesehen, die größten Lücken durch teure Einkäufe bei Buchhändlern nach Möglichkeit zu schließen. Viele Schriften der Wiener Akademie seien nämlich ein praktisches Hilfsmittel beim Unterricht der kai- serlichen Kinder und ihr Fehlen durch das gleichzeitige Vorhandensein der Publikationen der Münchner, Berliner und teilweise auch St. Petersburger Akademie umso empfindlicher. „Endlich drängt sich mir bei diesem Anlasse noch ein ganz besonderes Beden- ken auf, welches in der bevorstehenden Fortbildung der constitutionellen Staatsform seinen Grund hat. Dass die Seiner Majestät überreichten und von allerhöchst Ihm angenommenen Bücher und literarischen Werke Seiner Majestät Privateigenthum seien, über welche von Allerhöchst Ihm nach Gut- dünken verfügt werden kann, bedarf keines Erweises. Allein ob diese Bücher und literarischen Werke, wenn sie an die Hofbibliothek anstatt an die Pri- vatbibliothek abgegeben werden, für die Zukunft auch noch kaiserliches Pri- vateigenthum bleiben, dass scheint mir bei [der] aus dem constitutionellen Princip fließenden Neigung der Reichsvertretung, die Hofsammlungen als Staatsinstitute zu erklären, mehr als zweifelhaft. Um so entschiedener tritt an diejenigen, welche das Privateigenthum Seiner Majestät zu wahren ha- ben, die Pflicht heran, einer Gefährdung desselben mit allem ihnen möglichen Nachdruck entgegenzutreten.“703 Wenn also der Befehl Franz Josephs von 1849 tatsächlich eine vom Kaiser persönlich gewollte Entscheidung gewesen sein sollte, wäre damit die trau- rige Zukunft der Familienbibliothek nach Meinung des Bibliotheksvorste- hers bewusst in Kauf genommen worden, da es dann ja „Beweggründe von überzeugenderer Kraft“ gegeben haben müsse, als die von Becker dargestell- ten Motive hinsichtlich des Schutzes des kaiserlichen Privateigentums. Soll- ten die damaligen Erwägungen mittlerweile ihre Bedeutung verloren haben „wenn man sie an den oben geschilderten thatsächlichen Verhältnissen hätte abmessen können“, so stellt Becker den Antrag, die betreffenden Werke von der Hofbibliothek zurückzufordern.704 Ich habe den mir plausibel erscheinen- den Grund bereits dargelegt.705 Am 19. April 1870 erhält Becker die Nachricht, dass Franz Joseph nicht nur befohlen hat, alle ab nun von ihm angenommenen Werke seiner Privat- bibliothek einzuverleiben, sondern dass auch jene „Geschenks- oder Wid- 703 Ebenda, fol. 5v. 704 Ebenda, fol. 4r–6v. 705 Vgl. Abschnitt 5.2 (Ende). Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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