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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 229 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 229 beziehen. Die Punkte eins bis vier werden im folgenden Abschnitt zur Pri- vatbibliothek Franz Josephs behandelt, da sie darauf Bezug haben. Der Bib- liotheksvorstand bittet darum, dass 5.) von allen Bildnissen (Fotografien, Kupfer- oder Steindrucken) die vom Kaiser oder von Mitgliedern „des al- lerhöchsten Hofes“ angefertigt werden, je ein Exemplar der Familienbiblio- thek zugewendet werde, 6.) österreichisch-ungarische Gesandte im Ausland Porträts „merkwürdiger Zeitgenossen“ hinsichtlich ihrer Akquisition für die Porträtsammlung „zum Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit“ machen mögen, 7.) das 1853 eingezogene Kassaguthaben von 5.647 fl. 16 kr. ö.W. der Biblio- thek wieder restituiert werde, um die von Khloyber absichtlich nicht bear- beiteten Bestände einer entsprechenden Adjustierung zuführen zu können, 8.) Dubletten von Buchtiteln, Karten, Porträts etc. nach Beckers eigenem Ermessen durch Tausch oder Verkauf nutzbar gemacht werden dürfen und schließlich 9.) die vorgeschlagenen künftigen Ankaufkriterien für Bücher genehmigt werden oder alternativ vor jedem Ankauf ein Titelverzeichnis zum Zwecke einer kaiserlichen Entscheidung vorzulegen sei. Darüber hin- aus möge die intensivere Pflege der Forst- und Jagdliteratur gebilligt und ihre teilweise Finanzierung aus der Dotation der Privatbibliothek gewährt werden. Schließlich bittet er die Drucklegung „eines Realcatalogs für den Handgebrauch des allerhöchsten Hofes und für den Tauschverkehr mit Bi- bliotheken“ zu gestatten und allfällige Änderungswünsche hinsichtlich des Formats bekanntzugeben.724 Kabinettsdirektor Adolf Braun, an den Beckers Schreiben aufgrund des Dienstweges offiziell gerichtet ist, setzt nun Franz Joseph von der Sachlage in Kenntnis. Auch die am Ende des Arbeitsprogramms ausgesprochene Ein- ladung an den Kaiser, er möge der Sammlung einen Besuch abstatten, in dessen Rahmen man die Wünsche und Anträge ausführlich erörtern könne, dürfte überbracht worden sein. Dass es tatsächlich zu einer Unterredung zwischen Franz Joseph und Becker gekommen ist, bezeugt eine mit 5. März 1871 datierte Notiz in Archiv der Fideikommissbibliothek. Ob dieses Zusam- mentreffen allerdings in den Räumlichkeiten der Sammlung stattfand geht aus dieser Quelle nicht hervor – es muss jedoch eher bezweifelt werden. Die eine Doppelseite umfassende Niederschrift, eine Art von Protokoll, das teil- weise sogar aus der Perspektive Franz Josephs formuliert ist und von der Hand Beckers stammt, lautet in Bezug auf die Anträge für die Fideikom- missbibliothek: 724 Ebenda, pag. 56–58. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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