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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 243 wendet sich Kustos Georg Thaa etwa an den mährischen Landesausschuss für die fehlenden Bände von Anton Boczeks „Codex diplomaticus et epistola- ris Moraviae“771 oder Becker an den Leiter des österreichischen Konsulats in Paris, Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn, für den Karten- und Textteil zu Frédéric Cailliauds „Recherches sur les arts et métiers […] des anciens peuples de l’Egypte, de la Nubie et de l’Éthiopie“772 sowie an die bayerische Akademie der Wissenschaften in München für die fehlenden Bände der „Mo- numenta Boica“.773 Die Übernahme der ferdinandeischen Bestände aus Prag 1875 vergrößerte die Zahl der unvollständigen Publikationen. Für zwei der bedeutsamsten Werke, „Collection de documents inédits sur l’histoire de France“ (74 fehlende Bände) und „Voyage autour du monde exécuté pendant les années 1836 et 1837 sur la Corvette La Bonite“ (sechs fehlende Bände) setzt sich Becker anlässlich seines Parisaufenthalts im selben Jahr im Rah- men des geografischen Kongresses ein und erreicht, dass die fehlenden Teile durch Vermittlung des französischen Unterrichtsministers William Heny Waddington und seines Sektionschefs Baron Watteville zur Verfügung ge- stellt werden. Darüber hinaus erhält man das von der französischen Regie- rung in geringer Auflage herausgegebene Prachtwerk „Histoire physique na- turelle et politique de Madagascar“ von Alfred Grandidier als Geschenk. Der Kaiser antwortet mit Dank und Anerkennung für den Minister und mit der Medaille für Kunst und Wissenschaft (literis et artibus) für den Sektions- chef. Für die Bibliothek des französischen Unterrichtsministeriums werden einige unter der Schirmherrschaft Franz Josephs entstandene Prachtwerke übersendet, darunter Beckers gedruckter Katalog.774 Ebenfalls im Zuge der Eingliederung der Ferdinandea macht der Biblio- theksvorstand darauf aufmerksam, dass zahlreiche Schriftenreihen wissen- schaftlicher Institutionen der Monarchie entweder lückenhaft vorhanden wären oder überhaupt gänzlich fehlen würden. Durch die Schwerpunktset- zung auf „Austriaca“ sei deren Erwerb allerdings essentiell, da diese nicht zuletzt ja auch als Materialien für den Unterricht des Nachwuchses in der kaiserlichen Familie dienen könnten.775 Eine Flut von Becker’schen Anfra- gen ergießt sich deshalb in den Folgejahren über verschiedenste (wissen- schaftliche) Einrichtungen. Die Familienbibliothek erhält die Publikatio nen 771 FKBA22104. 772 FKBA26143. 773 FKBA26154. In der Bibliothek war bislang lediglich der 29. Band vorhanden. Die Akade- mie überreicht sodann alle fehlenden Teile mit Ausnahme des gänzlich vergriffenen 20. Bandes. 774 FKBA28058 u. FKBA28062, fol. 4r–5v. 775 FKBA28062, fol. 3v–4r. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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