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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 246 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN246 Ansicht nach – in Vitrinen drapiert – als Schaustücke zur Aufstellung in den Appartements Rudolfs oder Giselas verwendet werden sollten.798 Dieses Pro- jekt wurde allerdings nicht verwirklicht. Bevor wir uns dem Realkatalog zuwenden, verdient eine weitere Sammlung und ihr Schicksal im Rahmen der Becker’schen Reformpläne besprochen zu werden. Es handelt sich um die Musikaliensammlung des Kaisers Franz, die im 20. Jahrhundert als „Kaisersammlung“ wiederentdeckt wurde.799 Dieser Bestand setzt sich zum einen aus jenen Musikalien zusammen, die Franz geschenkt oder gar gewidmet wurden und somit Eingang in seine Privatbib- liothek fanden. Zum anderen sind es Noten, die der Monarch für private Auf- führungen im Familienkreis anschaffen ließ. Dieser Bestand enthält daräber hinaus Notensammlungen anderer Familienmitglieder, wie etwa jene, sei- ner ebenfalls musikbegeisterten zweiten Gattin Maria Theresia (1772–1807) oder seiner Tante Maria Elisabeth (1743–1808), einer Äbtissin eines ade- ligen Damenstifts in Innsbruck.800 Als man das Fideikommiss auf Grund- lage der unpräzisen Anweisungen im franziszeischen Testament schließlich errichtete, wurde die Musikaliensammlung nicht Teil desselben, aber den- noch weiterhin im Verbund mit der Fideikommissbibliothek verwaltet. Als Becker Mitte 1869 sein Amt antrat, sonderte er Objekte, die seiner Ansicht nach nicht in eine Bibliothek gehörten, respektive Bestände, die nicht Teil des Fideikommisses waren, aus und überließ sie anderen Sammlungen oder Institutionen. Über den Zusammenhang zwischen der Bibliothek und der Musikaliensammlung schreibt er im Jänner 1870 an Kaiser Franz Joseph: „Nach dem Tode Seiner Majestät des Kaisers Franz erhielt nämlich der Re- gierungsrath Khloiber die Schlüssel zu dem Gemach (im sogenannten Bret- tergang der Hofburg) wo die genannte Musikaliensammlung aufbewahrt war, während der Hofcapellmeister Eybler die Aufsicht über dieselbe besorgte. Nach dem Tode Eyblers schickte dessen Sohn den Catalog der Sammlung an den Regierungsrath Khloiber mit dem Bedeuten, dass demjenigen, der die Schlüssel zu der Sammlung habe, auch wol die weitere Obsorge über dieselbe zukomme. So blieb es bis auf den heutigen Tag. So wenig einerseits die k. k. Familienbibliothek Anspruch hat auf ein Gut, welches ihr weder einverleibt ist noch in ihren bisherigen Sammlungen irgen einen Anknüpfungspunkt fin- 798 FKBA27034. Die Pilzsammlung erhielt die Bibliothekszahl FRANZ 8.538 und wurde als „Mycologisches Cabinet“ bezeichnet. 799 Schmid, Privatmusikaliensammlung. 800 Rice, Marie Therese, für Erzherzogin Maria Elisabeth vgl. dort 18–21 bzw. zu ihrer Biblio- thek Huber-Frischeis/Knieling/Valenta, Privatbibliothek, 283–287. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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