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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 249 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 249 Schlüssel zu den Musikalien Kästen der Direction der a.h. Privatbibliothek. Auf diesem Wege ist die Direction […] ohne höheren Auftrag in den Besitz der Schlüssel und zur factischen Beaufsichtigung der mehrerwähnten Musicali- en-Sammlung gelangt, und dem Gefertigten ist es trotz eifriger Bemühung bisher nicht gelungen in Erfahrung zu bringen, wer jetzt Eigenthümer besag- ter Sammlung sei?“805 Neun Jahre später hatte sich die Sachlage verändert. Im Rahmen seines Berichts über die Eingliederung der Privatbibliothek Franz Josephs in die Fideikommissbibliothek (Franz Joseph war seit März 1878 Fideikommiss- herr geworden), wagt Becker einen neuen Versuch. Da alle Haupterben mittlerweile verstorben waren (Kaiserin Karoline Auguste 1872, Kaiser Ferdinand 1875, Erzherzog Franz Karl 1878), lag Beckers Ansicht nach das ausschließliche Verfügungsrecht über die Sammlung bei Franz Joseph. Er hatte jedoch in der Zwischenzeit die Einsicht gewonnen, „dass die mehrsten grösseren Musikwerke der Sammlung im Archive der Gesellschaft der Mu- sikfreunde bereits vorhanden sind“, weshalb sein neun Jahre alter Antrag zu modifizieren wäre. Zweifellos war der Gesellschaft eine mögliche Über- gabe der Sammlung schon angedeutet worden, weshalb man die möglichen Neuzugänge auf ihre Existenz in den Notenbeständen der Gesellschaft über- prüft hatte. „In der Sammlung der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde fehlen einzelne kleinere und jetzt schon seltene Ausgaben von Musikstücken des vorigen Jahr- hunderts, namentlich in der Opern- und Kammermusik, welche in der vorlie- genden Sammlung vertreten sind. Dagegen besitzt das Archiv der genannten Gesellschaft alle vorzüglichen Partituren der kaiserlichen Sammlung, wenn auch in minder ausgestatteten Ausgaben und die mehrsten von den min- der wertvollen. Durch Ausscheidung der berühmten kleineren Nummern zu Gunsten der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien würde die Sammlung an sich wenig berührt und könnte noch immer in Bezug auf Material für den Mu- sikunterricht und musikalische Productionen so wie auf ihre bibiographische Bedeutung als eine sehr wertvolle bezeichnet werden. Indem der in tiefster Ehrfurcht Unterzeichnete auf Grund dessen den ge- horsamten Antrag stellt, Eure Majestät mögen die Ausscheidung der oben be- zeichneten kleineren Nummern aus der Sammlung gestatten und dieselben der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde zur Vervollständigung ihres Mu- sikarchives zuzuwenden geruhen, glaubt er für das Geschenk der Sammlung selbst mit beruhigender Empfehlung den Musikverein für Steiermark in Graz 805 Wien, ÖNB, Musiksammlung, Mus.Hs. 4797. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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