Seite - 262 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Bild der Seite - 262 -
Text der Seite - 262 -
DREI KAISER – DREI
BIBLIOTHEKEN262
desbibliothek übermittelt.850 Exemplare erhalten zudem das Haus-, Hof- und
Staatsarchiv sowie die Bibliothek der kunsthistorischen Sammlungen des
Kaiserhauses.851 Für letztgenannte Institution hatte deren Kustos Albert Ilg
um den Katalog mit der Begründung ersucht, dass
„durch die Veranstaltung des genannten hochwichtigen Katalogwerkes […]
ein wissenschaftlich bedeutender Schritt zur Hebung der in den kaiserlichen
Sammlungen enthaltenen Schätze gethan worden [ist] und die ausgezeichnete
Redaktion des Werkes hat diesen Zweck in glänzender Weise erreicht. Von
der Ueberzeugung ausgehend, daß die Parole der kaiserlichen Kunstinsti-
tute, nämlich die Erweisung und immer gründlichere Beleuchtung des hohen
Kunstsinnes im Allerhöchsten Erzhause, nur durch collegiales Zusammenwir-
ken der verschiedenen Anstalten bewahrheitet werden kann, halte ich für die
Zugänglichmachung des Forschungsmaterials in den einzelnen Sammlungen
für höchst notwendig, daß durch die Überlaßung von Katalogen ein Einblick in
den wißenschaftlichen Vorrat gegenseitig geboten werde.“852
Beckers Arbeit wird Pioniercharakter zugesprochen – der Katalog hat die
Intention des Bibliotheksvorstehers demnach also erfüllt. So groß das Netz-
werk der bedachten Bibliotheken und Sammlungen auch dimensioniert war,
irgendwann stieß man aufgrund der Auflagezahl an Grenzen. Als Erzherzog
Karl Ludwig über sein Sekretariat mitteilen lässt, dass er „von Seiten eines
Stiftes“ gebeten worden sei „ein Fürwort einzulegen“ um ebenfalls ein Kata-
logexemplar zu erwirken, wehrt Becker dies – in der Vermutung dass andere
Klosterbibliotheken dem Beispiel folgen könnten – mit dem Verweis auf die
zu geringe Anzahl an verfügbaren Exemplaren ab.853
Schon zu Beginn des Jahres 1879 hatte die Bibliotheksleitung anklingen
lassen, dass die zur Realisierung des dritten Bandes (Karten u. topografi-
sche Ansichten) dereinst präliminierte Summe von 6.550 fl. auch nach ak-
tuellem Stand vonnöten war, selbst wenn die Abrechnung der beiden Ab-
teilungen des zweiten Bandes noch nicht vorliegen würde.854 Im Oktober
sind nun alle Rechnungen eingelangt. Von den aus der Fideikommisskasse
stammenden Geldern für die erste Abteilung sind noch 1.509 fl. 99 kr. ö.W.
vorhanden, das Sonderbudget von 5.000 fl. aus der Privatkasse Franz Jo-
sephs für die zweite Abteilung ist bis auf 91 fl. 50 kr. verbraucht. Der letzt-
850 FKBA29041.
851 FKBA29052 u. FKBA29071.
852 FKBA29071, fol. 2r.
853 FKBA29075.
854 FKBA29010, fol. 3v–4r.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken