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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 275 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 275 gung wird die entsprechende Titelliste899 an das Czernowitzer Rektorat zum Zwecke eines Abgleichs mit ihren Beständen übermittelt. Die wenigen dort bereits vorhandenen Werke werden darin mit einem roten Kreis markiert und bleiben in Wien. Der große Rest wird Anfang Februar 1878 in neun Kis- ten verpackt und mit einem Versicherungswert von 6.000 fl. durch den Wie- ner Spediteur Franz Trögl nach Czernowitz transportiert. Ein reinschriftli- ches Verzeichnis der übersandten Werke liegt dem Aktenkonvolut ebenfalls bei. Das Dankschreiben des dritten Rektors, Basil Mitrofanowicz, ist ent- sprechend überschwänglich.900 Dass die Wahl auf Czernowitz fiel, könnte auch vom wissenschaftlichen Hilfsarbeiter in der Fideikommissbibliothek, Eduard Pino-Friedenthal, beeinflusst worden sein, dessen Cousin Felix Pino- Friedenthal an der Gründung der Universität mitgewirkt hatte.901 Einige inhaltlich passende Titel der übrigen Dubletten (90 Werke in 163 Bänden) werden der Bibliothek des 1868 teilweise abgebrannten Benedik- tinerstifts St. Georgenberg bei Fiecht in Tirol zugewendet, das schon zu Jahresbeginn vom Kaiser ein Exemplar von Franz Bocks „Die Kleinodien des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation nebst den Kroninsignien Böhmens, Ungarns und der Lombardei“ (vermutlich ebenfalls eine Dublette) erhalten hatte.902 Mit zeitlicher Verzögerung wird 1886 schließlich auch die aus zwei Teilen bestehende ferdinandeische Sammlung von Siegelabgüssen aus dem Bib- liotheksbestand abgegeben.903 Becker beschreibt sie anlässlich dieser Maß- nahme folgendermaßen: „Die erste Abtheilung enthält nach dem behufs Revision neu aufgenomme- nen Inventarverzeichnisse 5253 Siegelabdrucke (auf rohtem Siegellack) von Regenten, freien Städten, dann von noch bühenden Adelsgeschlechtern und Ortschaften der gesammten oesterreichischen Monarchie (mit Einschluss der Lombardei und Venetiens). Die bei weitem größte Menge der Siegel sind die der oesterreichischen Adelsfamilien, nach Ländern geordnet. Zur leichteren Benützung der Sammlung dient ein handschriftlicher Index, betitelt: ‚Alpha- betisches Wappenverzeichnis der adeligen Familien des oesterreichischen Kaiserstaates!‘ In den 4 Papiercartons der 2. Abtheilung befinden sich 101 Gypsabgüsse von Siegeln aus dem Mittelalter [und] aus der Neuzeit (XII.–XVIII. Jahrhundert). 899 FKBA28050. 900 FKBA28074. 901 Vgl. dazu Anm. 1168. 902 FKBA28107, Verzeichnis liegt bei. 903 Zu ihrer Entstehung und Aufbewahrung vgl. Anm. 56 u. 548. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918