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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN284 Auslagen, die Uiberschüsse stetts [sic] alljährlich am Schluße eines jeden Verwaltungsjahres an die allerhöchste Privatcasse geleistet, und für die- selbe verwendet werden“, veranlasst Fondskassen-Direktor Scharff sogleich, den „entbehrlichen“ Betrag von 20.000 fl. „bei der Fideikommisskassa […] an die zur Empfangnahme gleichzeitig beauftragte allerhöchste Privatkasse abzuführen“.935 Ferdinand handelt hier völlig zu Recht. Als Fideikommiss- herr und Nutznießer des Fideikommissvermögens darf er dieses zwar nicht vermindern, den Reinertrag jedoch nach Belieben für eigene Zwecke verwen- den. Wie kommt nun der Konnex zur Bibliothek zustande? Bereits am 24. Au- gust 1849 wird von Kaiser Franz Joseph ja die erste Urkunde, nämlich für das Bibliotheksfideikommiss, ausgestellt. Eine Passage aus dem Protokoll der mit der Vollstreckung des franziszeischen Testaments betrauten Kom- mission, welches explizit auf diese Verbindung Bezug nimmt, ist interessan- terweise dem Aktenkonvolut für das Falkenstein’schen Fideikommiss bei- gelegt. Ihm ist zu entnehmen, dass die Kommission im Schlussbericht an das Ministerium des kaiserlichen Hauses und des Äußeren darauf hinweisen wollte, dass es „im Interesse der allerhöchsten Familie gelegen sey, bei Ausmittlung der Do- tation Seiner Majestät [des abgedankten] Kaisers Ferdinand darauf Rücksicht zu nehmen, daß allerhöchst demselben zwar künftig die Benützung und Ver- fügung der Bibliothek zu stehen, aber auch die damit verbundenen, nicht un- wesentlichen Ausgaben allein zur Last fallen werden. Würde daher die ihm zugewiesene Dotation nicht die nöthigen Mittel dar- biethen, um für die Besoldung der Beamten, dann Uiberwachung und Erhal- tung der Bibliothek und der damit verbundenen Sammlungen genügend für zu sorgen [Satz ist unvollständig]. Die Comission fand um so mehr eine Veranlassung diesen Gegenstand zur Sprache zu bringen, als Kaiser Ferdinand wie aus einem Schreiben seines Obersthofmeisters an den Ministerpräsidenten hervorgeht, Anstand nimmt, die ihm aus dem Besitze der fraglichen Fideicomisse erwachsenden Kosten zu uibernehmen bevor nicht seine Dotation ausgemittelt wäre, in dem Seine Majestät keine bleibende Verbindlichkeit einzugehen vermögen, bevor Sie wis- sen, worauf Sie in Zukunft rechnen können. Da die seit dem Jahre 1835 nothwendigen Auslagen von Seiner Majestät Kaiser Ferdinand Privatkassa bestritten worden sind, so reget sich zu gleich die Frage ob Hochdieselben für diese Auslagen eine Ersatzforderung an die Verlassenschaftsmasse zu stellen oder davon gänzlich abzustehen gesonnen 935 Ebenda, fol. 223r-v. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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