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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 292 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN292 mahl die Zustimmung zu ruchlosen Gesetzen entreißen könnte“ auf einen vorzeigten Thronwechsel bestanden haben.946 Man konnte sie jedoch besänf- tigen. Der Gang der Dinge ist bekannt. Ähnlich, aber doch etwas anders gelagert, resümiert der ferdinandeische Obersthofmeister Clemens Graf Brandis die Gründe für den Thronverzicht. Ihm zufolge hätten die Minister auf einem Wechsel bestanden, da Ferdinand sehr auf seinen Bruder Franz Karl gehört hätte, der wiederum sehr leicht durch Dritte zu beeinflussen gewesen sei. Um diese unkontrollierbare Ein- flussnahme zu unterbinden, sollte Franz Joseph auf den Thron gelangen.947 Ein späteres Resultat der scheinbaren Furcht Maria Annas vor gefährli- cher Einflussnahme könnten jene sonderbaren Doppelunterschriften sein, die sich auf den Aktenstücken des Prager Obersthofmeisteramts-Archivs (1850–1875) finden. Eine große Anzahl kaiserlicher Resolutionen auf Vor- träge aller Art sind nicht nur vom abgedankten Monarchen unterzeichnet, sondern auch von seiner Gattin gewissermaßen kontrasigniert.948 Über das Abrechnungsprozedere des weiterhin in Wien verwalteten Fal- kenstein’schen Vermögens und die Ausgliederung aus der franzisco-josephi- nischen Privatkasse schreibt Fondskassen-Direktor Scharff Mitte Jänner 1850: „Laut k. k. Obersthofmarschallamts Intimat vom 1ten Dezember 1849 sind Seine Majestät Kaiser Ferdinand zu Folge der allerhöchst genehmigten Fal- ken stein’schen Primogenitur Fideicomiss Urkunde als Besitzer im Genuße sämtlicher Erträgnisse des gedachten Fideicomisses getreten [sic], wonach bis auf weiteren allerhöchsten Befehl die Gebahrung des annoch hier befindlichen Fideicomiss Vermögen[s] bestehend in Obligationen und Güter[n], unmittel- bar allerhöchst Seiner Majestät Kaiser Ferdinand zu unterbreiten ist. Da bereits über das Fideicomiss Vermögen eine abgesonderte Verrechnung und Buchführung besteht, so ist die bisherige Gebahrung zu beobachten und hat nur in der Disposition der Gelder und Vorlage des Cassa Stand Ausweises eine Abänderung einzutreten. Die k. k. Fondscassen Liquidatur und Cassa, insoweit letztere hiernach betheiligt wird, [erhält] den Auftrag, wöchentlich einen abgesonderten de- tailirten Cassa Stand Ausweis zur unmittelbaren Vorlage an allerhöchst Seine Majestät Kaiser Ferdinand zu verfassen, und die bisherige Nachweisung der 946 Ségur-Cabanac, Prag, 34; vgl. auch Schütz, Ferdinand, 71f. bzw. Hübner, Jahr. 947 Kramp, Brandis, 374. 948 Vgl. dazu auch die Kassabücher der Geheimen Kassa in Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 41. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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