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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 293 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 293 in Rede stehenden Fideicomiss Casse in jenen Cassa Stand Ausweis, welcher Seiner Majestät Kaiser Franz Joseph wöchentlich unterlegt wird, wegzulas- sen.“949 Als Scharff mit 19. Jänner 1850 schließlich einen der ersten dieser Kassa- stands-Ausweise übermittelt, stellt er – wie auch Geringer später – fest, „daß nach Abschlag eines zur Bestreitung der fixen Auslagen und zu allfälligen Wirtschaftsbetrieb der Fideicomiss Güter nöthigen Betrages, ein bedeuten- der Betrag zur allerhöchsten Disposition Seiner Majestät des Kaisers [Fer- dinand] vorhanden sey“.950 Brandis entgegnet daraufhin, dass eine Auflis- tung der Erträgnisse am 15. und letzten eines jeden Monats ausreichend sei und Scharff die baren Einkünfte bis auf weiteres aufbewahren möge.951 Im Oktober 1852 lässt Franz Joseph die weiterhin in seiner Privatkasse ver- wahrten Falkenstein’schen Obligationen im Gesamtwert von 754.925 fl. an das Obersthofmarschallamt als zuständige Fideikommissbehörde zur Aufbe- wahrung übergeben.952 Das relevante Schriftgut der Folgezeit befindet sich deshalb auch im Archivbestand dieses Hofstabes.953 Die Darstellung der Geschichte dieses Fideikommisses soll hier abgebro- chen werden. Festzuhalten bleibt, dass die Verwaltung und Abrechnung der Einkünfte weiterhin in Wien vorgenommen wird, obwohl Fideikommissherr Kaiser Ferdinand nach Prag übersiedelt ist. Die mit der Verrechnung be- traute Behörde schwillt damit zur „Privat-, Fideicommiss-, Familien- und Avitical-Fonds-Cassen-Direction“ an. Die Aufwendungen für die Bibliotheks- belange werden aber in den ersten Jahren nicht direkt aus der Fideikom- misskasse, sondern aus der Wiener Privatkasse Ferdinands bestritten, in die als Ausgleich ein Teil der Reinerträge der Fideikommisskasse einfloss. Eine Ausnahme bilden zunächst lediglich die von Khloyber seit Anfang 1846 ge- nossene Personalzulage von 500 fl. sowie die Erziehungsbeiträge für die bei- den Töchter Eduard Fristers zu je 100 fl., die stets direkt aus der Fideikom- misskasse ausgezahlt wurden. 1866 kommt das Gehalt Josef Thaas hinzu und im Folgejahr jenes Josef Waeltys. Im Zuge der Gehaltsregulierung an- lässlich der Neubesetzung des Bibliotheksvorstandes 1869 werden schließ- lich alle Angestellten sowie die Witwen und hinterlassenen Kinder direkt aus der Fideikommisskasse abgefunden. Die Wiener Privatkasse Ferdinands 949 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 27, Fasz. „Falkenstein“, fol. 251r–v. 950 Ebenda, fol. 252r. 951 Ebenda, fol. 254r. 952 Ebenda, fol. 264r. 953 Vgl. Anm. 932. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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