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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 296 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN296 diese Angelegenheit auch war, die Ermittlungen zogen sich in die Länge. Im Mai 1849 übersendet der ferdinandeische Obersthofmeister Graf Bran- dis einen Fragenkatalog an Fondskassen-Direktor Scharff, mit welchem er um Auskunft bittet, „worin das Privatvermögen Kaiser Ferdinands besteht, […] welche Gnadengaben oder jährlich sich wiederholende Geschenke von Seiner Majestät und mit welchem Auftrage angewiesen [und] dann ob diese Beträge als Souverain oder als Privatwohlthäter verliehen worden sind“. Die letztgenannte Frage zielt freilich darauf ab zu thematisieren, ob die von Fer- dinand als regierender Kaiser bewilligten Zuwendungen weiterhin vom ihm beglichen oder jetzt von Franz Joseph übernommen werden müssen. Wiede- rum verspätet erhält Brandis ein Verzeichnis von „Staatspapiere[n], Privat Schuldscheine[n] und Industrial Actien“, welche „als Privat Vermögen Sei- ner Majestät anzunemen [sic] sey. […] Bezüglich einer näheren Nachweisung der allergnädigst verliehenen Unterstützungen und fixen Gebühren etc. ist der gehorsamst Unterzeichnete nicht in der Lage bestimmen zu können, ob Sich Seine Majestät als Souverain oder Privatwohlthäter bewogen gefun- den haben, derley Verleihungen zu bewilligen“.957 In der Zwischenzeit hatte Brandis die Beantwortung seiner Anfragen schon urgiert, da er ständig mit Bittschreiben von Bezugsberechtigen konfrontiert wurde, die ihre Pensionen, Gnadengaben oder Unterstützungen bisher aus der kaiserlichen Privatkasse erhalten hatten und deren eingereichte Gesuche nun von der Privatkasse Franz Josephs zurückgewiesen worden waren.958 Das Verzeichnis des Privat- vermögens Ferdinands (ohne Immobilien) weist mit Stand 2. Dezember 1848 Obligationen im Wert von 29.016 fl. 40 kr. W.W. und 295.466 fl. 40 kr. C.M. aus. Diese sollten auf Bitten Ferdinands solange von der Fondskasse weiter verwaltet werden, bis Franz Joseph einer Aushändigung sämtlicher Papiere samt den seit 2. Dezember 1848 angefallenen Interessen (Zinsen) zugestimmt habe.959 Der junge Kaiser genehmigt dies am 22. Oktober 1849. Daraufhin wird bekanntgegeben, dass Privatsekretär und Intendant Franz Geringer die Obligationen in Wien bei nächster Gelegenheit beheben werde. Ihre Über- gabe findet schließlich am 1. Dezember mitsamt der Auszahlung der seither angefallenen Zinsen von 5.718 fl. 17 kr. C.M. statt.960 derung Franz Josephs an die Fondskassen-Verwaltung zur Mitwirkung bei der Eruierung der Vermögensverhältnisse. Olmütz, 08.12.1848. 957 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“, 458/1849. 958 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“, 485/1849. 959 Eine Abschrift des Verzeichnisses liegt bei Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“, 486/1849. 960 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“, 742/1849. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918