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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 298 -
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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN298 (1.843 fl. 3 kr. C.M.), womit dem abgedankten Monarchen letztendlich nur noch 99.454 fl. 48 kr. C.M. zustünden.964 Ferdinand stimmt diesem Vorschlag zu, gibt Scharff jedoch zugleich zu verstehen: „Meine Privatkassa werde Ich für die Zukunft an Mich ziehen, und weise Sie an, Meinem Sekretär Gerin- ger, wenn er sich bei Ihnen melden wird, die gesammte in ihren Händen befindliche Barschaft zu übergeben.“965 Damit war offenbar nicht nur jener soeben errechnete Rest aus den Refundierungen gemeint, sondern auch die bisher erwirtschafteten Reinerträge aus der Falkenstein’schen Fideikom- misskasse. Scharff reagiert umgehend und lässt erheben, „wie dieser aller- höchste Befehl in Vollzug zu setzen wäre und welche Vorkehrung für die auf die Privatcassa Seiner Majestät Kaiser Ferdinand Bezug habenden Lasten zu treffen sey“. Sein Hauptrechnungsführer Johann Carl Smirsch sieht sich jederzeit zu einer Saldierung bereit, gibt jedoch zu bedenken, dass auch wei- terhin Zahlungen für Ferdinand hier in Wien durchzuführen wären, falls diese nicht von Franz Joseph übernommen würden. Er bittet um Anweisung, wie selbige dann zu verrechnen seien. Smirsch macht auch darauf aufmerk- sam, dass die Erlöse der ehemals toskanischen Güter in Böhmen derzeit (irr- tümlich) in die Privatkasse Franz Josephs fließen würden, obwohl sie eigent- lich Ferdinand als ihrem Eigentümer zustünden.966 Nach Rücksprache mit Privatsekretär Geringer kommt man Ende April 1850 diesbezüglich überein, dass ein weiterhin von der Fondskasse zu verwaltender Betrag „zur Bestrei- tung der kurrenten Ausgaben“ in Wien verbleiben und lediglich 20.000 fl. aus der (Falkenstein’schen) Fideikommiss- und 90.000 fl. aus der ferdinand- eischen Privatkasse von Wien nach Prag abfließen sollen.967 Zur sicheren De- ponierung der Vermögenswerte bittet Ferdinands Obersthofmeister, auf der Prager Burg „ein feuersicheres mit eisernen Thüren geschütztes Local“ zur Beherbergung der Privatkasse zu erhalten.968 Franz Joseph ist nun gewillt, endgültig einen Schlussstrich unter diese Angelegenheit zu setzen und beauftragt Scharff am 6. Juni 1850 „alle bis- her in Meiner Privatkasse aufbewahrten, ein Eigenthum Seiner Majestät [Kaiser Ferdinand] bildenden Geldbeträge und Geldeswerth vorstellenden Papiere“ auszufolgen.969 Scharff referiert, dass es sich dabei nur mehr um die irrtümlich einkassierten Einkünfte aus den ehemals toskanischen Gü- 964 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“, 163/1850. Schreiben Scharffs an Ferdinand vom 16.02.1850. 965 Ebenda, Anweisung vom 27.01.1850. 966 Ebenda, Bericht vom 27.02.1850. 967 Ebenda, Bericht vom 30.04.1850. 968 Wien, ÖStA, HHStA, OMeA, Kt. 594, Rubr. 130/1, Schreiben vom 23.02.1850. 969 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“, 421/1850. Kabinettsschreiben vom 06.06.1850. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918