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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 309 -
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Seite - 309 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 309 serlichen Hoheit des Herzogs Albert zu Sachsen-Teschen weit übertroffen ist; wo einst der rothe Maroquin eine beliebte Uniform war. Mag auch die kaiserliche Hofbibliothek, wie mir der Herr Beamte sagte – eine große Zahl solcher vom Wurmstiche heimgesuchten Bände schon lange her besitzen; so läßt sich – nach meiner geringen Ansicht – keineswegs da- raus folgern, daß meines erhabenen Herrn Fidei Commiss Bibliothek in der erwähnten Elisabethina sich einer gleichen bedauerlichen Unzukömmlichkeit erfreuen soll; wenigstens würde ich in Verlegenheit gekommen seyn, wenn ich dereinst dem Allerhöchsten Gebrauche ein derlei Buch hätte unterbreiten müssen. (Tiefer unten wollen Eure Excellenz ersehen, aus welchem Grunde diese in Innsbruck gebundenen Bücher nicht schon früher umgebunden wor- den sind) Der höchstselige Monarch hatte eine große Vorliebe für diese von Ihm ge- gründete [fol. 5v] Sammlung; da geschah es dann bisweilen, daß Allerhöchst- derselbe irgend einen hohen Gast wie zum Beispiel den König von Neapel, die Prinzen von Preussen etc. Höchstselbst in den hierortigen Gemächern herum- führte, und ohne die Dazwischenkunft des Beamten verschiedenes zeigte. Es schien nun dem Kaiser keineswegs zu mißfallen, wenn bei solchen Revüen die friedlichen Musenkinder sich in angemessener, einer Allerhöchsten Privatbib- liothek würdiger Kleidung präsentirten. Von einem anderen Gesichtspunkte muß eine öffentliche Bibliothek in dieser Beziehung ausgehen; ihr Lese-Pub- likum (in Beziehung auf den Einband nicht immer sehr gewissenhaft) gehört anderen Kreisen an. Möglich daß meine Besorgnisse etwas zu ängstlich gewesen sind; mein Wunsch aber endlich eine Gelegenheit zu haben die, mit den ersten Merk- mahlen einer angehenden Verwesung [fol. 6r] Behafteten sammt und sonders rasch umbinden lassen zu können, gewahre ich freilich nun ist ein pium desi- derium998, das in meiner Lage jeder Bibliothekar für die ihm anvertrauten Sammlungen hegen würde. Auch möchte ich vielleicht eine nicht ganz un- richtige Vermuthung aussprechen, wenn ich voraussetze, daß die kaiserliche Hofbibliothek wenn sie sich von ihrer Ankaufs Dotation pro 19.000 fl. etwas ersparen könnte, sicherlich einen Theil dieser Ersparniß für ihre schadhaften Bände verwenden würde. Nachdem ich Euer Excellenz Geduld so lange durch das Vorausgeschickte ermüdet habe, erlaube ich mir nun über den inneren und äusseren Werth der Elisabethina folgende Bemerkungen: a) der innere das heißt literarische Werth ist kein bedeutender – der größte Theil der 2172 Werke und Werkchen besteht aus Unterhaltungsbüchern, wel- che vielleicht die Frau Gräfin Persico oder sonst Jemand für Ihre kaiserliche 998 „Ein frommer Wunsch.“ Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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