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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 311 -
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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 311 ren, nach der bisherigen Weise über sein kaiserliches Gut zu wachen, als ob es mein Eigenes wäre. Durch beinahe 50 Jahre unterstand die Bibliothek unmittelbar ihrem erha- benen Eigner. – Nie ward meines Wissens die geringste Rüge laut; vielmehr erfreute sie sich in Bezug auf die innere Einrichtung eines Rufes wie wenige in der Monarchie. Ein großer Theil des Verdienstes gehört dem vorigen Bi- bliothekar Hofrat Young. Meine Wenigkeit hatte in der Folge mit dem [fol. 8r] Bibliotheks- und Referatsgeschäfte noch ein zweites zu verbinden, das, so ehrenvoll es war, mich ungemein in Anspruch nahm. Ich mußte nämlich in der unmittelbarsten Nähe Seiner Majestät in Höchstdessen Arbeits-Cabinete von früh Morgen[s] bis in die Nacht mich nicht mit Bibliotheksgeschäften, sondern mit Arbeiten befassen die auf verschiedene Zweige des Staatsdienstes Bezug hatten. Ein Beweis meines so gnädigen Vertrauens ist, daß nach dem so betrübli- chen Hinscheiden des Kaisers, meine Unbedeutendheit (nach dem Tode Kai- ser Leopolds that dieß eine eigene Commission) sämmtliche sehr zahlreiche Akten und Schriften die dem Herrn zur Erledigung und Schlußfassung vor- lagen, zwei sehr hoch gestellten Personen, in deren Bereich sie zunächst zu kommen hatten, zu übergeben hatte etc. Bei Allem dem waren die Bibliotheksarbeiten nicht vernachlässiget. In die- ser Lage war mir das hohe Vertrauen und die gnädige Nachsicht – denn nie wagte ich damals eine selbstsüchtige Bitte – mehr werth [fol. 8v] und kostba- rer als alle Belohnung. Um so beunruhigender (entschuldigen Hochdieselben meine Freibrüstigkeit) muß ich mich nun fühlen, wenn ich bedenke, daß der- einst in der Geschichte der hierortigen Bibliothek der wie ein Ereigniß daste- hende inquirirende Besuch der Herren aus der Hofbibliothek gar leicht als ein Zeichen des verminderten Allerhöchsten Vertrauens (aber nach meinem Bewußtsein gewiß nicht verminderter Sorgfalt für das mir anvertraute kaiser- liche Gut) ausgelegt, und vielleicht schon gegenwärtig von manchen Personen so ausgelegt werden könnte. Schließlich bitte ich um die Allerhöchste Ermächtigung die am Schlusse des Jahres 1852 ausgewiesene Ersparniß, welche bis heute noch aus 5.647 fl. 16 X.1004 besteht, an die Allerhöchste Privatkasse abführen zu dürfen, wodurch dann im Sinne der an mich unterm 7. November 1852 Zahl 428 erlassenen Weisung die Jahresdotation nach der bisherigen Gepflogenheit wieder flüssig würde. Mit Ende des gegenwärtigen 1. Semesters also Anfangs [fol. 9r] Juli 1853 würde ich über die in dieser Zeit gepflogene Gebahrung Rechnung legen, dann aber zugleich um die Vergünstigung bitten, den Bibliothekar ein für al- lemal von dem Cassiergeschäfte zu erlösen, dagegen die Allerhöchste Privat- 1004 Korrigiert von 5854 fl. 37 X. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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