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DREI KAISER – DREI
BIBLIOTHEKEN318
befindet sich eventuell in Prag).1015 Der Rest (338 fl. 2 kr.) würde zur Be-
zahlung künftiger Rechnungen verbraucht werden. Die Dotation für das
zweite Halbjahr habe er vorerst nicht angefordert, da von kaiserlicher Seite
noch nicht entschieden worden sei, ob weiter wie bisher verfahren werden
soll, oder Khloybers Vorschlag angenommen wird, die Rechnungen künf-
tighin „bei der Allerhöchsten Fonds Cassen Direction zur Zahlung zu prä-
sentiren“. Würde letztgenannte Abwicklungsart anbefohlen, so bittet sich
Khloyber durch die damit verbundene Einstellung der Dotationsauszahlung
eine kleine Handkasse mit einem jährlichen Budget von mindestens 800 fl.
(zahlbar in Monatsraten) aus, „um damit currente oft unvermuthete augen-
blickliche Ausgaben gegen Verrechnung begleichen zu können“. Darunter
subsummiert er die Monatsgelder für Zimmerputzer, „Extraweiber“ und Zei-
tungsträger, die Frachtspesen und Neujahrsgeschenke sowie die Kosten für
Büromaterial und Papier zum Aufziehen der Porträtstiche. Des Weiteren sei
zumindest die Abteilung der regierenden Häuser der Porträtsammlung mit
neuerschienenen Bildnissen weiterhin zu komplettieren respektive zu er-
gänzen, wobei rücksichtlich der besonderen Intention des Sammlungsgrün-
ders Kaiser Franz natürlich spezielles Augenmerk auf die Unterabteilung
„österreichisches Kaiserhaus“ zu legen wäre. Mit diesem Budget könnten
etwa seltene, interessante und oft leicht vergriffene oder gar nur für den Pri-
vatgebrauch bestimmte Blätter, wenn sie irgendwo plötzlich (und günstig)
zum Kauf angeboten würden, schnell akquiriert werden. „Auf diese Art hatte
ich vor 10 Jahren den im Handel sonst nicht leicht vorkommenden interes-
santen Kupferstich le Congrès de Vienne nach Isabey – wovon ein Exemplar
zu 40 bis 60 fl. C.M. bezahlt wird – eines Nachmittags zufällig bei einem
Antiquar gefunden und um 8 fl. gekauft. Des anderen Morgens waren aber
auch die übrigen wenigen Exemplare davon nicht mehr zu haben“.1016
Bombelles befiehlt am 18. Dezember 1853 die Fortführung der Geldge-
schäfte nach der bisherigen Weise bis zum Ende des Jahres 1853. Erst mit
Jänner 1854 habe die Bezahlung der Buchhändlerrechnungen über die ferdi-
nandeische Privatkasse in Wien zu erfolgen, zu welchem Zweck die auf Rich-
tigkeit überprüften Rechnungen mit einem handschriftlichen Vermerk1017
des Bibliotheksvorstehers an den Fondskassen-Direktor Karl von Scharff
weiterzugeben seien. Dabei sei weiterhin darauf zu achten, dass nicht mehr
verausgabt werde als im Voranschlag für das betreffende Jahr vorgesehen
1015 FKBA26027. Akt enthält auch den summarischen Ausweis für die zweite Jahreshälfte.
Zum Fehlen des Journals für 1853 siehe auch das Titelschild von FKBJ1854–1855.
1016 FKBA26025.
1017 „Die aufgeführten Gegenstände wurden richtig abgeliefert und ist der dafür entfallende
Betrag von – fl. – Xer bei der allerhöchsten Privatkasse in Wien zahlbar. N.N.“
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken