Seite - 329 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Bild der Seite - 329 -
Text der Seite - 329 -
DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 329
Arbeit im Zuge der Bestandserhaltung dürfte wohl der k. k. Hofbuchbinder
Franz Hollnsteiner geleistet haben. Ein eigenes Konvolut mit seinen Rech-
nungen über einen längeren Zeitraum – vor allem für Passepartouts und
Portefeuilles – offenbart nicht nur dessen rege Tätigkeit für die franzisco-jo-
sephinische Privat- und die Fideikommissbibliothek, sondern auch für die
„rothe Bibliothek in Hernstein“ des Fideikommisskurators Erzherzog Leo-
pold. Die Adjustierung der Pläne und Landkarten dürfte hingegen der Wie-
ner Buchbinder Franz Koschwitz besorgt haben.1067 Gerade unter den kost-
barsten Werken der Ferdinandea ist die Anzahl der unvollständigen relativ
hoch. Becker sieht sich daher genötigt, sowohl im Präliminare für 1877 als
auch für 1878 um eine Aufstockung auf 3.500 fl. zu bitten, die er auch damit
begründet. Unklar ist bisweilen noch, warum von diesen genehmigten Beträ-
gen, gemäß den vorliegenden Journalen, 1877 nur 1.138 fl. 87 kr. und 1878
gar nur 234 fl. 61 kr. ausgegeben wurden.1068
Im Jänner 1878 legt der Bibliotheksvorsteher Rechenschaft über das ab-
gelaufene Jahr 1877 für die Rubriken III–V sowie für die Rabattgelder ab.1069
Letztgenannte machen bereits eine Summe von 222 fl. 44 kr. aus, wovon
145 fl. 54 kr. tatsächliche Rabattgelder der Wiener Buchhandlungen Ludwig
Wilhelm Seidel, Carl Gerold Sohn, Faesy & Frick und Wilhelm Braumül-
ler darstellen. Weitere 76 fl. 90 kr. stammen aus dem Verkauf von Porträt-
dubletten, die vermutlich aus der Inkorporierung des ferdinandeischen Be-
standes hervorgegangen sind.1070
Am 8. März 1878 stirbt Erzherzog Franz Karl und Kaiser Franz Joseph
wird endlich Fideikommissherr. Als Unterstützung für die Arbeiten zur an-
geordneten Zusammenführung der Fideikommiss- mit der Privatbibliothek
Franz Josephs wird die Einstellung einer weiteren Hilfskraft zur Anferti-
gung „eines vollständigen Verzeichnisses der in jener Bibliothek hinterlegten
Gegenstände behufs der Inventurs-Aufnahme Seitens des k. k. Obersthof-
marschallamtes“ genehmigt. Dafür wird die Dotation für Bibliotheks- und
Kanzleiausgaben (ehem. für Handauslagen) übergangsweise um monatlich
land], Ebner & Seubert [Stuttgart]) wurde der Großteil des Geldes beim Wiener Buch-
binder Johann Koschwitz und beim k. k. Hofbuchbinder Franz Hollnsteiner ausgegeben.
1067 FKBA28113.
1068 FKBA28052, fol. 4v–5v u. 9r. bzw. FKBA28105, fol. 4r. Zur Verrechnung siehe FKBA28102,
fol. 7r bzw. FKBA28105, fol. 3r u. FKBA29003, fol. 6r.
1069 FKBA28102 u. 28103, für die Beträge siehe Tab. 9 (1877 B).
1070 FKBA28102, fol. 12v–13r. In diesem Jahr werden sogar 375 fl. 34 kr. für neue oder zumin-
dest noch nicht vorhandene Porträts ausgegeben, weshalb ein Kassenminus von 142 fl.
62 kr. ins nächste Jahr übertragen wird. Zur Abrechnung der Rabattgelder für 1878 siehe
FKBA29002, (Einnahmen 242 fl. 36 kr., Ausgaben 34 fl. 78 kr., Rest 64 fl. 96 kr.).
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken