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DREI KAISER – DREI
BIBLIOTHEKEN336
ren und gewiss prestigeträchtigen
Posten zu verschaffen. Georg Thaa
machte sich ob Khloybers fortge-
schrittenem Alter gewiss berechtigte
Hoffnungen, den Vorsteher dereinst
einmal in seinem Amt zu beerben.
Der Stellungnahme liegt auch eine
am 9. Jänner 1866 erstellte Bilanz
für das Jahr 1865 bei, der zufolge
einer (um 600 fl. überhöhten) Ge-
samtdotation von 12.600 fl. „aus der
Privatkasse Seiner Majestät des
Kaisers Ferdinand in Wien“ Aus-
gaben in der Höhe von 11.476 fl.1084
gegenüberstehen, was einen nicht
verbrauchten Saldo von 1.124 fl. er-
gibt. Dieser Restbetrag soll als Ar-
gumentation dienen, einen weiteren
Angestellten finanzieren zu können.
Bereits am 11. Jänner 1866 meldet Fideikommisskurator Erzherzog Leopold
das Anliegen Khloybers an den Obersthofmeister Kaiser Ferdinands in Prag,
Paul Freiherr von Airoldi, wobei hier der Vorschlag dahingehend konkreti-
siert wird, Josef Thaa bis zum Freiwerden einer Planstelle als Offizialen mit
einem Jahresgehalt von 840 fl. ö.W. samt Quartierzulage aus dem Dotations-
rest anzustellen. Begründet wird die Personalaufstockung vor allem mit der
soeben bewilligten Vergrößerung der Bibliotheksräumlichkeiten um die ehe-
malige Dienerwohnung.1085 Airoldi antwortet Erzherzog Leopold wenig spä-
ter, dass Ferdinand einer prinzipiellen Aufstockung des Mitarbeiterstabes
zustimme, der Kaiser jedoch der Meinung sei, „daß der beabsichtigte Zweck
besser erreicht werde, wenn nicht ein im Bibliothekswesen unbekannter,
erst zu formirender, sondern ein Bibliotheks Beamter, der schon erprobt ist
aufgenommen würde; an derlei Männern, die auch noch in jungen kräftigen
Jahren stehen, dürfte in Wien kein Mangel sein“. Ferdinand gebe weiters zu
bedenken, dass der Titel „Offizial“ sowie die vorgeschlagene Höhe des Ge-
halts zu Missstimmigkeiten unter dem Personal führen könnte. Zwar nicht
bei Georg Thaa, falls die Wahl tatsächlich auf seinen Sohn fallen würde,
1084 5.040 fl. zur Anschaffung von Büchern, Landkarten und Kupferstichen, 6.436 fl. für Per-
sonalkosten.
1085 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 6, 9–1871; vgl. auch Ab-
schnitt 5.5.
Abb. 31: Georg von Thaa (1799–1882)
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Titel
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Untertitel
- Metamorphosen einer Sammlung
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Abmessungen
- 17.4 x 24.5 cm
- Seiten
- 1073
- Kategorien
- Geschichte Chroniken