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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Seite - 339 -
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Seite - 339 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 339 daß die Mitwirkung Eurer Excellenz [Kabinettsdirektor Braun] nicht entbehrt werden kann, weil es immer nothwendig sein wird, mich zur Ausfertigung der Dekrete und Anweisung der Genüße, im Namen Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand anzuweisen, und es gewiß der allerhöchste Wunsch ist, in diese Verhältniße so wenige Personen als möglich einzuweihen.“1092 Zu den von Geringer angesprochenen Vorbedingungen für eine Vergröße- rung des Mitarbeiterapparats gibt es keine weiteren Informationen, doch waren sie wohl finanzieller Natur. Der Intendant stößt sich zum einen an der Umgehung der zuständigen ferdinandeischen Behörden in Prag – also seiner selbst – im Rahmen der Aufnahme von Josef Thaa. Zum anderen ist ihm sichtlich zuwider, dass Bibliotheksvorsteher Khloyber und seine Ein- flüsterer damit ihren Willen durchsetzen konnten. Die formale Inkorrekt- heit fand statt, als (der dazu nicht befugte) Fideikommisskurator Erzherzog Leopold und nicht Geringer selbst die Anstellung Thaas und Beförderung Winklers durch Ausfertigung der entsprechenden Dekrete vornahm. Am meisten echauffiert sich Geringer über das Agieren der beiden nicht zu- ständigen Organe Erzherzog Leopold und des ferdinandeischen Obersthof- meisters Airoldi, deren Intervention die schlussendliche Abtretung der Ent- scheidungsbefugnis in dieser Angelegenheit an den Kaiser in Wien zur Folge hatte. Er meint dazu: „Der gegenwärtige [Fideikommissherr Eerzherzog Leopold] scheint seine Bestimmung falsch aufgefaßt zu haben. Er nahm alle andrängenden Bitten auf, gab dieselben gewöhnlich an Baron Airoldi, der dadurch Gelegenheit er- hielt, sich in Angelegenheiten zu mischen, die ihn nichts angehen und da sein oberster Grundsatz ist, Alles zuzugestehen, so ergaben sich daraus vielfache Kämpfe und Verdrießlichkeiten.“1093 Daraus schlussfolgernd lokalisiere ich die Initiative für das nun folgende personelle Manöver bei Intendant Franz Geringer, dem es augenscheinlich darum ging, den von Khloyber fingierten Hilferuf zum Anlass zu nehmen, in der Fideikommissbibliothek einen Prag-treuen Mitarbeiter mit Option zur Nachfolge in der Sammlungsleitung zu etablieren. Zugleich wären damit die vermuteten Ambitionen von Skriptor Georg Thaa konterkariert worden. Am 2. Jänner 1867 schreibt Kaiser Ferdinand an den Obersthofmarschall in Wien, Franz Graf Kuefstein: 1092 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 6, 9–1871. 1093 Wien, ÖStA, HHStA, Kabinettskanzlei, Direktionsakten, Kt. 5, 4–1869, Schreiben vom 10.06.1869. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Titel
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Untertitel
Metamorphosen einer Sammlung
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Abmessungen
17.4 x 24.5 cm
Seiten
1073
Kategorien
Geschichte Chroniken
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